+++ Newsblog zur EZB-Sitzung +++: Der starke Euro dürfte im Fokus stehen

+++ Newsblog zur EZB-Sitzung +++: Der starke Euro dürfte im Fokus stehen

, aktualisiert 07. September 2017, 14:34 Uhr
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Wird sich der EZB-Präsident während der heutigen Pressekonferenz zum Euro-Wechselkurs äußern?

von Jürgen RöderQuelle:Handelsblatt Online

EZB-Präsident Mario Draghi steht vor einer schwierigen Pressekonferenz. Denn die Notenbank hat angekündigt, noch im Herbst über die Zukunft ihrer Anleihekäufe zu entscheiden. Passiert ist bislang aber nichts.

Frankfurt/DüsseldorfSo hat die Europäische Zentralbank entschieden:

  • Der

    Leitzins

    bleibt unverändert bei

    null Prozent

    .
  • Das Kaufprogramm für Staatsanleihen bleibt bei monatlich 60 Milliarden Euro bis Dezember 2017.
  • Der Einlagezinssatz für Banken bleibt unverändert bei minus 0,4 Prozent.
  • Die EZB ist weiterhin bereit, das Anleihenkaufprogramm von monatlich 60 Milliarden Euro im Hinblick auf Umfang und/oder Dauer jederzeit auszuweiten.
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+++Testet der Markt die Schmerzgrenze der EZB aus?+++
Draghi stehe vor einem Balanceakt, da jedes ausgesprochene oder fehlende Wort auf die Goldwaage gelegt werde, sagten Analysten der Metzler Bank. „Denn es ist nicht zu verhehlen, dass sich der Markt ohnehin einen Spaß daraus macht, die Schmerzgrenze der EZB beziehungsweise ihres Chefs zu testen“, konstatierten die Experten.

+++Wird Draghi den starken Euro thematisieren?+++
Manche Ökonomen rechnen damit, dass Draghi den starken Euro anspricht und versucht den Wechselkurs zu dämpfen. „Ich erwarte, dass Draghi einen Mittelweg finden wird. So wird er einen gewissen Anstieg als angemessen bezeichnen, angesichts des geringeren politischen Risikos und einer stärkeren Konjunktur, während er gleichzeitig vor zu starken Währungsbewegungen warnen wird", sagt Holger Sandte, Chef-Europa-Analyst bei Nordea Markets.

+++Warten auf die Pressekonferenz+++
Derzeit kauft die EZB für monatlich 60 Milliarden Euro Anleihen der Euro-Länder. Damit will sie das Wachstum stützen, um ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent zu erreichen. Im August stiegen die Verbraucherpreise im Euro-Raum mit 1,5 Prozent etwas stärker als im Juli. Für einen baldigen Ausstieg sprechen die gute Wirtschaftslage und geringere politische Risiken im Euro-Raum. Doch vor allem der starke Euro macht einigen Ratsmitgliedern der Notenbank Sorgen. Ein höherer Wechselkurs wirkt sich ähnlich aus wie eine geldpolitische Straffung: Er macht Waren hiesiger Firmen auf dem Weltmarkt teurer und verschlechtert dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit - gleichzeitig macht er Importe billiger und drückt so die Inflation im Euro-Raum. Daher dürfte es heute eine kontroverse Debatte gegeben haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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