ABN Amro: Niederländische Bank will Auslandsgeschäft ausbauen

ABN Amro: Niederländische Bank will Auslandsgeschäft ausbauen

, aktualisiert 17. August 2016, 13:53 Uhr
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Im November hatte die niederländische Regierung ein 23-prozentiges ABN-Paket an die Börse gebracht.

Quelle:Handelsblatt Online

ABN Amro profitiert von der Konjunkturerholung in den Niederlanden. Jetzt streckt das Geldhaus die Fühler ins Ausland aus. Parallel sollen auf dem Heimatmarkt 200 Millionen Euro eingespart werden.

AmsterdamDie niederländische Großbank ABN Amro will nach der Rückkehr an die Börse das Auslandsgeschäft ausbauen. Bis Ende nächsten Jahres sollen die internationalen Aktivitäten um fünf Prozent zulegen, kündigte Bankchef Gerrit Zalm am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen an. Zunächst werde der Blick auf Deutschland, Frankreich, Belgien und ungeachtet des Brexit-Votums auch Großbritannien gerichtet. Näheres über die Auslandsstrategie werde aber erst im nächsten Jahr bekanntgegeben. Parallel will die Bank auf dem Heimatmarkt 200 Millionen Euro einsparen.

Im zweiten Quartal profitierte das Bankhaus von der Konjunkturerholung in den Niederlanden, wo der Löwenanteil der Einnahmen erzielt wird. Das operative Ergebnis kletterte in den vergangenen drei Monaten um sieben Prozent auf 941 Millionen Euro. Analysten hatten einen Rückgang erwartet. Unter dem Strich brach der Gewinn dagegen wegen einer Sonderbelastung um mehr als ein Drittel auf 391 Millionen Euro ein. Hintergrund ist eine Entschädigungsregelung für Käufer von Zins-Derivaten, die mangelnde Aufklärung über das Verlustrisiko des Finanzinstruments geltend gemacht haben.

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Trotz der Unsicherheit über die Wirtschaftslage nach dem Brexit-Votum sei das Engagement in Großbritannien auf lange Sicht angelegt, sagte Zalm. „Wir denken, dass wir dort eine Rolle spielen können – nicht nur für unsere niederländischen Kunden, sondern auch für englische Unternehmen.“ Ökonomen rechnen damit, dass die exportorientierte Wirtschaft der Niederlande stärker als andere Länder durch den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU in Mitleidenschaft gezogen wird. Großbritannien ist nach Deutschland der größte Handelspartner der Niederländer.

Im November hatte die niederländische Regierung ein 23-prozentiges ABN-Paket an die Börse gebracht. Es war der erste Schritt zur Privatisierung des Instituts – acht Jahre nach der milliardenschweren Rettung durch den Staat in der Finanzkrise.

Quelle:  Handelsblatt Online
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