ABN Amro: Wenn die Hälfte der Manager gehen muss

ABN Amro: Wenn die Hälfte der Manager gehen muss

, aktualisiert 06. Februar 2017, 13:48 Uhr
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Hauptquartier der ABN Amro in Amsterdam: Viele Manager des Instituts sollen gehen.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

In der Finanzkrise musste die niederländische Bank ABN Amro für viele Milliarden vom Staat gerettet werden. Seitdem ist die Bank drastisch geschrumpft. Nun müssen auch viele Manager das Haus verlassen.

FrankfurtDie Wurzeln der niederländischen ABN Amro reichen bis ins Jahr 1720 zurück, doch auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hätte diese lange Geschichte beinahe ein jähes Ende gefunden: Der niederländische Staat musste das Institut für viele Milliarden Euro vor der Pleite retten. Tausende Jobs fielen seitdem weg. Viele Manager behielten zunächst ihren Posten – und müssen jetzt doch ihren Schreibtisch räumen.

Am Montag stellte die ABN eine neue Managementstruktur vor. Demnach sollen zehn von 19 Topmanagern das Institut verlassen, eine Management-Ebene darunter fallen 60 von 100 leitenden Positionen weg. Die neue Struktur soll die geschrumpfte Größe der Bank widerspiegeln. „In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter deutlich gesunken, aber der Umfang des Senior Managements hat sich nicht verändert“, sagt Vorstandschef Kees van Dijkhuizen.

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Unterhalb des Vorstands soll ein sogenanntes Exekutivkomitee angesiedelt werden. Ihm sollen die Chefs der einzelnen Institutssparten angehören sowie Vorstandschef van Dijkhuizen, sein Stellvertreter und der künftige Finanzchef, der noch gesucht wird. In Zukunft können weitere Managementposten wegfallen: Bankchef van Dijkhuizen kündigte an, dass die neue Aufstellung regelmäßig überprüft werden soll.

Derzeit beschäftigt das Institut circa 26.500 Mitarbeiter. In den kommenden Jahren sollen weitere rund 1.500 Stellen wegfallen.

Im Jahr 2007 hatten drei Banken die ABN per feindlicher Übernahme geschluckt: Die spanische Banco Santander, die britische Royal Bank of Scotland und die frühere belgische Finanzgruppe Fortis führten die bis dahin größte Bankübernahme der Geschichte aus. Wegen der großen Schuldenlast gerieten der Finanzkonzern Fortis und die RBS selbst in Schieflage.

Der niederländische Staat rettete ABN Amro und kaufte sie für 16,8 Milliarden Euro. Weil das Institut dringend weiteres Geld benötigte, verdoppelte sich der Preis der Rettung jedoch fast. Zwar hat der Staat die ABN inzwischen wieder an die Börse gebracht, er hält aber noch immer 70 Prozent der Anteile. In den kommenden Jahren will er sich von weiteren Aktien trennen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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