Abwertung: Trump schwächt den Dollar – und lobt Yellen

Abwertung: Trump schwächt den Dollar – und lobt Yellen

, aktualisiert 13. April 2017, 11:29 Uhr
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Im Wahlkampf versprach Donald Trump seinen Unterstützern Amerika unter dem Motto „America first“ an erste Stelle zu setzen.

Quelle:Handelsblatt Online

In einem Interview äußert sich US-Präsident Trump zur Stärke des Dollar – das hat Einfluss auf die Devisenmärkte, die Währung fällt. Erstaunlich lobende Worte findet Trump hingegen für Fed-Präsidentin Janet Yellen.

FrankfurtNach der Kritik des US-Präsidenten Donald Trump am starken Dollar haben die Anleger den Greenback am Donnerstag aus ihren Depots geworfen. Sie kauften stattdessen Yen und Euro, deren Kurse deutlich zulegten. Das wiederum bereitet den Aktienanlegern Kopfzerbrechen, da sich dadurch die Exportchancen der europäischen Industrie wechselkursbedingt auf dem Weltmarkt verschlechtern.

„Trumps Wunsch nach einem schwächeren Dollar war eine klare 'America first'-Intervention“, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners in Frankfurt. „Dies unterstreicht, dass die Gefahr eines Abwertungswettlaufs oder gar eines Währungskriegs nicht gebannt ist.“ Der Euro stieg bis auf 1,0677 Dollar. Am Mittwoch hatte er zeitweise noch unter 1,06 Dollar gelegen. Zum Yen fiel der Dollar auf ein Fünf-Monats-Tief von 108,73 Yen.

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Trump hatte dem „Wall Street Journal“ gesagt: „Ich glaube, dass unser Dollar zu stark wird.“ Diese Entwicklung schade aber der amerikanischen Wirtschaft. Teilweise sei er selbst daran schuld, sagte Trump. „Die Leute haben Vertrauen in mich.“

Zugleich lobte Trump die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank Fed und schloss eine Wiederernennung von Janet Yellen als Fed-Präsidentin nicht aus. Er habe Respekt vor der Notenbankerin, sagte der Republikaner, der während des Wahlkampfes Yellen scharf angegriffen hatte. Börsianer spekulierten, ob Trump die Notenbankerin mit seinem Lob und der Aussicht auf eine zweite Amtszeit von der Straffung der Geldpolitik abhalten will.

Er äußerte den Wunsch, bei weiteren Leitzinserhöhungen vorsichtig zu sein, um den Dollar nicht noch stärker zu machen. „Es klingt gut, das ist es aber auch schon“, sagte er. „Ich mag Niedrigzinspolitik, um ehrlich zu sein.“ Ein starker Dollar belastet vor allem die Exporte der Vereinigten Staaten und macht Importe aus anderen Ländern günstiger. Das wiederum trägt zu dem von Trump häufig kritisierten Importüberschuss bei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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