ADC-Award: Jung von Matt schlägt sie alle

ADC-Award: Jung von Matt schlägt sie alle

, aktualisiert 23. April 2016, 15:06 Uhr
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378 Juroren haben mehr als 7000 Arbeiten beurteilt. Ausgezeichnet wurden davon elf Prozent.

von Catrin BialekQuelle:Handelsblatt Online

Die Nägel sind vergeben: Der ADC, Club der deutschen Kreativen, hat am Freitagabend die besten Kampagnen ausgezeichnet. Einen Grand Prix bekam das „Zeit-Magazin“. Die erfolgreichste Agentur war dieses Mal Jung von Matt.

HamburgNach einem Jahr Award-Pause haben sich die Werber von Jung von Matt lautstark zurückgemeldet: Die Hamburger Agentur hat beim diesjährigen Festival des Art Directors Club (ADC) in Hamburg die meisten Auszeichnungen bekommen. Kampagnen wie „#heimkommen“ für Edeka, „Is’ mir egal“ für die Berliner Verkehrsbetriebe oder auch die provokante Printkampagne für Sixt haben den Werber insgesamt 33 Nägel eingebracht. „Ich bin einfach mal stolz auf diese Mannschaft“, schrieb Jung-von-Matt-Vorstand Thomas Strerath kurz nach der Preisverleihung via Facebook.

Am Freitagabend wurden die besten Kampagnen des Jahres geehrt – ermittelt von 378 Juroren, die mehr als 7000 eingereichte Arbeiten beurteilt haben. An zwei Jurytagen haben sie die Kampagnen danach bewertet, ob sie originell sind, eine klare und kraftvolle Botschaft haben und obendrein „irgendetwas haben, das emotional etwas mit uns macht“, wie ADC-Chef Stephan Vogel, im Hauptberuf Kreativchef der Agentur Ogilvy, erläuterte. Elf Prozent der eingereichten Arbeiten bekamen in diesem Jahr einen Preis. Das sei nicht zu viel, meinte Vogel, genug, um den ADC-Award als harte Währung zu behalten. Seitdem Werbeagenturen immer seltener ihre Geschäftszahlen veröffentlichen, gewinnen die Kreativawards bei der Beurteilung einer Agentur an Gewicht.

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Die Kommunikationsmaßnahme, die die deutsche Kreativwelt am meisten beindruckt hat, ist in einer hinteren Ecke, noch hinter den Promotion-Aktionen und der Hörfunkwerbung, in der ADC-Ausstellung im Millerntor Stadion zu besichtigen. Sie gehört zur Abteilung „Editorial“, eine vergleichsweise junge Disziplin im ADC. Es ist eine Sonderausgabe des „Zeit Magazins“ zum Thema Flüchtlinge. In dem Heft, das in deutscher und in arabischer Sprache zugleich erschienen ist, zeigen Flüchtlinge ihren Blick auf Deutschland und die Welt. Das Heft habe „uns berührt und bewegt“, meinte Verlegerin und Jurorin Karin Schmidt-Friderichs. Der Lohn ist der Grand Prix, die höchste Auszeichnung des ADC, die nicht in jedem Jahr verliehen wird.

Die meisten Nägel bekam eine Kampagne der Agentur BBDO für den Autokunden Smart. Keine interdisziplinäre Kampagne, die mit digitalen oder audiovisuellen Elementen auftrumpft, sondern eine ruhige Printanzeige, die Parkhäuser als kleinen Kosmos darstellt. Michael Conrad, der diesjährige Juryvorsitzende, zeigte sich begeistert. „Printanzeigen werden heutzutage nicht mehr mit so viel Liebe gemacht“, kritisierte Conrad, der 1975 mit Walter Lürzer die Agentur Lürzer Conrad gegründet hatte, die fünf Jahre später mit Leo Burnett Germany fusionierte. Dabei würde die Smart-Anzeige gut veranschaulichen, wie Werbung „Zeit erzeugen kann“, sagte der Kreative. Zeit, sich eine ausgezeichnete Arbeit in Ruhe anzuschauen. In gewisser Weise eine Rückbesinnung der Werbewelt auf traditionelle Werte.

Auf dem zweiten Platz landet ebenfalls eine Kampagne für den Daimler-Konzern, und zwar der Messeauftritt für Mercedes-Benz auf der Internationalen Automobilausstellung 2015. Das Atelier Markgraph bekommt hierfür die Nägel. Drittplatzierter ist die Kampagne „Les Paul Skill Check“ für Gibson Guitar, die die Agentur Serviceplan in neun Kategorien eingereicht – und den Nägelregen somit erhöht hat.

Auffällig ist, dass unter den Top-10 vor allem Markenartikler sind, und kaum gemeinnützige Organisationen. In der Vergangenheit haben Werber oft zu diesem Kniff gegriffen, um außergewöhnliche Werbung für einen Verein zu kreieren, oft zum kleinen Preis, die dann aber bei Kreativwettbewerben viele Preise erhalten hat. Die meisten Nägel eines gemeinnützigen Vereins hat in diesem Jahr Grabarz & Partner für eine Printkampagne zum Thema „Verschwindende Tiere“ bekommen, Auftraggeber ist der Verein Robin Wood.

Quelle:  Handelsblatt Online
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