Aerotain Skye: Dieser Ballon ist eine Drohne

Aerotain Skye: Dieser Ballon ist eine Drohne

, aktualisiert 17. März 2016, 13:43 Uhr
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Skye soll als fliegende Kamera Bilder aus Perspektiven liefern, die bisher nicht möglich waren. (Foto: pr)

von Werner PlutaQuelle:Handelsblatt Online

Skye sieht zwar aus wie ein Ballon, ist aber längst nicht so behäbig. Es fliegt so agil wie eine Drohne und kann sogar mehr: Das Fluggerät ist dazu gedacht, Manöver über einer großen Menschenmenge zu fliegen.

BerlinDrohnen bei Sportereignissen sind nicht ungefährlich, wie der österreichische Skifahrer Marcel Hirscher kürzlich feststellen musste, als ein Quadcopter ihn auf der Piste nur knapp verfehlte. Mit Skye, der Drohne des Schweizer Startups Aerotain, wäre das nicht passiert.

Das Fluggerät ist eigens für den Einsatz bei Sportveranstaltungen konzipiert. Dort soll es so wendig und präzise wie ein Multicopter fliegen und dadurch ganz neue Aufnahmeperspektiven ermöglichen – dabei aber so sicher sein wie die bisher schon bei Großveranstaltungen eingesetzten Kameraballons.

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Skye ist ein knapp drei Meter großer Ballon aus Polyester. Vier drehbare Elektromotoren bewegen ihn präzise in jede Richtung: Er kann vorwärts, rückwärts und seitwärts fliegen, steigen oder sinken und sogar rollen. Gesteuert wird er per Hand mit einer 3D-Maus. Für große Hallen oder Stadien gibt es aber auch ein funkbasiertes Navigationssystem.

Die Drohne ist gedacht für den Einsatz bei Großveranstaltungen: Messen, Konferenzen oder Sportveranstaltungen. „Skye ist sicher genug, dass wir über Menschen fliegen können“, sagt Daniel Meier. Er ist Chef und einer der Gründer von Aerotain, einer Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.

Skye soll als fliegende Kamera Bilder aus Perspektiven liefern, die bisher nicht möglich waren. Außerdem ist auf der Hülle viel Platz für Werbung.

Nun ist die Idee, Kameras an Ballons zu hängen, nicht neu. Schon seit einigen Jahren gibt es Ballons, unter denen eine Gondel mit einer Kamera hängt. Sie werden unter anderem bei Sportveranstaltungen eingesetzt. Ein solcher Ballon ist mit Motoren ausgestattet, mit denen er sich steuern lässt. Allerdings ist das System recht behäbig.

Anders Skye. „Wir können uns in jede Richtung bewegen und auch jede Orientierung stabilisieren. Das erlaubt uns, Manöver zu fliegen wie beispielsweise einen drehenden Bohrer oder einen rollenden Fußball“, erklärt Daniel Meier. Ausgangspunkt war die Anforderung, eine Kamera nahe bei Menschen sehr präzise zu steuern. Sie hätten dann einen Ballon gebaut, der sich sehr präzise navigieren lasse, berichtet der Entwickler.


Noch ist starker Wind ein Problem

Solche Manöver kann der große Ballon auch über gefüllten Rängen in einem Stadion oder in einer vollen Halle fliegen. Zwar wiegt der Ballon rund 14 Kilogramm. Aber da er mit Helium gefüllt ist, ist er nur ein wenig schwerer als Luft. In der Luft wird er mit Motorkraft gehalten. Sollten mehrere Motoren gleichzeitig ausfallen, sinkt er langsam zu Boden und stürzt nicht – wie etwa im Fall Hirscher – wie ein Stein ab. Den Ausfall eines Motors kann das Steuersystem sogar kompensieren.

Skye ist mit einer Sensorik wie eine herkömmliche Drohne ausgestattet. Dazu gehören etwa ein Gyroskop und ein Beschleunigungsmesser, die die Ausrichtung des Ballons erkennen. Dadurch erfasst Skye selbstständig Störungen, wie etwa einen Luftzug, und gleicht sie aus. Im aktuellen Stadium ist Skye allerdings eher ein Fluggerät für drinnen oder schönes Wetter: Es kann Windgeschwindigkeiten von etwa zehn Kilometern pro Stunde standhalten.

Das will Aerotain ändern: Künftige Versionen sollen auch bei mehr Wind stabil fliegen. Dazu soll das Fluggerät unter anderem mit stärkeren Motoren ausgestattet werden. Es könnte aber auch eine andere Form bekommen. Es könne jede Form annehmen, die sich aufblasen lasse, sagt Meier. Auch beispielsweise die eines Zeppelins.

Es ist sogar möglich, mit der Drohne zu interagieren. Die einfachste Form sei Berührung: Skye könne gefahrlos im Flug angefasst werden, sagt Meier. Bei einem Multicopter ist das weniger ratsam.

Quelle:  Handelsblatt Online
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