Air France und IAG: Lufthansa-Rivalen heben ab

Air France und IAG: Lufthansa-Rivalen heben ab

, aktualisiert 28. Juli 2017, 14:08 Uhr
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Der IAG-Ableger hat immer noch mit den Folgen des gravierenden IT-Ausfalls vor einigen Monaten zu kämpfen.

von Jens Koenen und Kerstin LeitelQuelle:Handelsblatt Online

Air France-KLM und IAG profitieren im zweiten Quartal von der späten Oster-Reisezeit. Beide Luftfahrtkonzerne melden deutlich höhere Gewinne. Anders als die Lufthansa hoffen sie auf weiter steigende Ticketerlöse.

Frankfurt/LondonSpätes Geschenk vom Osterhasen: Die beiden europäischen Flaggschiff-Airlines Air France-KLM und IAG (British Airways und Iberia) profitieren im zweiten Quartal davon, dass die Oster-Reisezeit dieses Jahr ins zweite Quartal rutschte. IAG meldete am Freitag ein Umsatzplus von 4,3 Prozent auf 5,95 Milliarden Euro, bei Air France-KLM betrug das Plus sechs Prozent auf 6,61 Milliarden Euro. Deutlich stärker stieg der Gewinn beider Fluggesellschaften. IAG schaffte ein Plus von rund 25 Prozent auf 540 Millionen Euro, der französisch-niederländische Rivale verneunfachte seinen Gewinn gar auf 367 Millionen Euro.

IAG-Chef Willie Walsh hob daraufhin seine Prognose für das Gesamtjahr an. Er erwartet nun trotz der Unsicherheit durch den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU einen Zuwachs beim operativen Gewinn im zweistelligen Prozentbereich.

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Weniger mutig ist sein französischer Kollege Jean-Marc Janaillac. Angesichts der latenten Terrorgefahr sowie der geopolitischen Krisen will er keine Prognose für das Gesamtjahr abgeben. In der vergangenen Woche hatte Lufthansa bereits von einem sehr starken Sommergeschäft und guten Vorausbuchungen berichtet. Die nach Umsatz größte europäische Fluggesellschaft hatte daraufhin ebenfalls die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.

Interessant sind die Aussagen von IAG und Air France-KLM zur Entwicklung der Durchschnittserlöse. Lufthansa-Chef Carsten Spohr geht davon aus, dass diese in der zweiten Jahreshälfte weiter unter Druck geraten. Auch Ryanair-Chef Michael O’Leary hatte zu Wochenbeginn weiter sinkende Ticketpreise prognostiziert. Dagegen erwarten sowohl Walsh als auch Janaillac, dass die Durchschnittserlöse steigen werden – bereinigt allerdings um Währungsschwankungen. Dennoch blicken beide damit etwas positiver auf die Preisentwicklungen als ihre Kollegen.

Der IAG-Ableger British Airways hat unterdessen immer noch mit den Folgen des gravierenden IT-Ausfalls vor einigen Monaten zu kämpfen. Noch immer seien nicht alle Passagiere für das Chaos entschädigt worden, räumte IAG-Chef Walsh am Freitagmorgen in einem Interview mit der BBC ein. Bis heute ist die Wut über den Vorfall Ende Mai zu spüren, als Chaos am Airport Heathrow, dem wichtigsten Flughafen des Landes, herrschte.

Der Ausfall hatte dafür gesorgt, dass ausgerechnet an einem langen Wochenende der Flugverkehr zusammenbrach. Stundenlang standen Maschinen von BA auf dem Rollfeld und konnten nicht abgefertigt werden, Passagiere konnten nicht einchecken, Koffer wurden nicht korrekt abtransportiert, und selbst die Website und Servicehotline funktionierten nicht. Tausende Passagiere saßen fest, einige mussten die Nacht auf dem Flughafen verbringen. Viele Briten sind enttäuscht über die Entwicklung „ihrer“ Fluggesellschaft, die lange einen guten Ruf genossen hatte.

In einer Umfrage zu den weltbesten Fluggesellschaften der Welt lag BA zuletzt auf Platz 40 – vor elf Jahren war sie die Nummer eins gewesen. „Andere Airlines müssen auch nicht wie wir darauf achten, dass sie Gewinn machen“, verteidigte sich Walsh gegen die Kritik, gestand jedoch auch Fehler ein: „Wir hätten einiges vielleicht anders machen können.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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