Aktie im Fokus: Flauer Börsenstart für Senvion

Aktie im Fokus: Flauer Börsenstart für Senvion

, aktualisiert 23. März 2016, 15:52 Uhr
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An der Börse wird der Windanlagenbauer Senvion mit einer Milliarde Euro bewertet.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit dem Windanlagenbauer Senvion wagt sich in diesem Jahr erst das zweite Unternehmen aufs Frankfurter Börsenparkett. Das frische Anlegerkapital wird die Geschäfte des Unternehmens nicht leichter machen.

FrankfurtDer Windanlagenbauer Senvion ist am ersten Handelstag unter Druck geraten. Die Aktien des Hamburger Unternehmen fielen am Mittwoch bis auf 15,36 Euro und damit unter den Ausgabepreis von 15,75 Euro, obwohl dieser schon am unteren Ende der gesenkten Preisspanne gelegen hatte. Im Lauf des Tages erholte sich der Kurs aber wieder und notierte am Nachmittag bei leicht über dem Ausgabepreis.

Die Eigentümer, die Finanzinvestoren Centerbridge und Arpwood, nahmen mit dem Börsengang knapp 300 Millionen Euro ein - weniger als halb so viel wie ursprünglich erhofft.

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Senvion war nach der hessischen Biotech-Firma Brain erst der zweite Börsengang in Frankfurt in diesem Jahr. Der Kursrutsch an den Märkten im Januar und Februar, der Absturz des Ölpreises und Konjunktursorgen hatten in den vergangenen Wochen die Stimmung getrübt.

Nach einer Studie von EY (Ernst & Young) sank die Zahl der Börsengänge im ersten Quartal weltweit um 39 Prozent auf 167, das Emissionsvolumen brach sogar um 70 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar ein. So gering war es zuletzt im Frühjahr 2009, kurz nach der Finanzkrise.

Auch das Biotech-Unternehmen Brain hatte den Sprung auf das Frankfurter Parkett nur mit Mühe geschafft, der Kurs musste nach dem Börsengang massiv gestützt werden. Inzwischen notiert die Brain-Aktie bei zehn Euro. Platziert worden war sie im Februar für neun Euro am unteren Ende der Preisspanne.


Konsolidierungswelle in der Windenergiebranche

Um es auf das Parkett zu schaffen, benötigte Senvion zwei Anläufe. Beim ersten Versuch waren zu wenige Investoren bereit, die Aktien der ehemaligen Repower zu kaufen. Daraufhin senkte Senvion die Preisspanne auf 15,50 bis 17,00 Euro und dampfte das Volumen auf 18,7 Millionen von bis zu 29,9 Millionen Aktien ein. Am Nachmittag notierte die Senvion-Aktie bei 15,85 Euro.

Senvion wird nun mit einer Milliarde Euro bewertet - so viel hatten die beiden Finanzinvestoren im vergangenen Jahr für die Übernahme des Windanlagenbauers vom indischen Suzlon -Konzern gezahlt. Mit weltweit 3.900 Mitarbeitern macht Senvion vor allem in Europa, aber auch in den USA, Australien und Kanada Geschäfte. Die Hamburger erzielten 2015 einen Umsatz von 2,14 Milliarden Euro.

Mit dem Börsengang verfolgt das Unternehmen das Ziel, unabhängig zu bleiben und Geld zur Expansion in neue Märkte einzusammeln. Denn die Windenergiebranche konsilidiert sich: Nordex fusioniert mit Acciona und Siemens greift nach Gamesa. Im Wettbewerb der Turbinenbauer zählt vor allem Größe. Wer zu klein ist, stirbt.

Der Grund: Die politischen Rahmenbedingungen für die Industrie verschlechtern sich zusehends. Ab 2017 ändern viele Länder in der Europäischen Union, darunter Deutschland, ihr Subventionsregime. Statt bisher staatlich garantierter Vergütungen müssen sich Windparkbetreiber dann untereinander um die Höhe der Förderungen streiten. Derjenige, der sich mit dem wenigsten Staatsgeld begnügt, bekommt den Zuschlag.

Quelle:  Handelsblatt Online
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