Aktie im Fokus: Ströer-Aktie erholt sich nach Shortseller-Angriff

Aktie im Fokus: Ströer-Aktie erholt sich nach Shortseller-Angriff

, aktualisiert 22. April 2016, 11:34 Uhr
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Ströer vermarktet Außenwerbung und Online-Anzeigen.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem Angriff eines kritischen Investors war die Aktie des Werbevermarkters Ströer am Donnerstag um ein Drittel eingebrochen. Am Freitag gibt es eine leichte Gegenbewegung. Das Unternehmen will sich wehren.

DüsseldorfDie Aktie des Kölner Werbevermarkters Ströer erholt sich am Freitag teilweise von den heftigen Verlusten des Vortags. Am Vormittag notiert die Aktie bei 46 Euro, 4,5 Prozent im Plus. Gleich zweimal verschickte das Unternehmen am Morgen Ad-hoc-Mitteilungen. Zunächst wurde eine ausführliche Stellungnahme zum Angriff eines kritischen Investors für den Vormittag angekündigt, weniger als 20 Minuten später dann für 14 Uhr.

Weshalb diese Aufregung? Die Anlagegesellschaft Muddy Waters hatte Ströer am Donnerstag heftig angeschossen. „Aus unserer Sicht ist Ströer nicht das Unternehmen, wofür es der Markt anscheinend hält“, hatten die Experten des Research-Hauses in einem mehr als 60 Seiten umfassenden Bericht geschrieben. Deswegen hätten sie auf fallende Kurse gesetzt („Shortselling“) – diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe.

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Die Aktie kollabierte, während des Kursrutschs am Donnerstag wurden 20-mal so viele Ströer-Papiere gehandelt wie an einem durchschnittlichen Handelstag der vergangenen zwölf Monate. Zeitweise gingen fast 800 Millionen Euro an Börsenwert verloren.

In einer ersten Stellungnahme hatte Ströer kurz nach Bekanntwerden der Anschuldigungen die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Geschäftsaussichten seien „ausgezeichnet“, an den Prognosen habe sich seit der letzten Veröffentlichung nichts geändert, teilte die Firma mit.


Investor Carson Block war mit Angriffen erfolgreich

Hinter Muddy Waters steckt der Investor Carson Block, der mit einer ähnlichen Attacke schon einmal richtig gelegen hatte. 2011 hatte das Unternehmen einen Bericht zur Sino-Forest Corporation, einem chinesischen Forstwirtschaftskonzern, publiziert. Nachdem der Bericht einen massiven Betrug aufgedeckt hatte, büßte das Unternehmen annähernd sechs Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung ein. 2012 meldete Sino-Forest Insolvenz an, und die kanadische Börsenaufsicht erhob Anklage wegen Betrugs.

Auch die französische Supermarktkette Casino sowie die schwedische Telefongesellschaft Telia Sonera sind von Muddy Waters ins Visier genommen worden. Vor Gründung des Hedgefonds war Carson Block als Unternehmer in China tätig sowie Rechtsanwalt im Schanghaier Büro der US-Kanzlei Jones Day.

Ströer befindet sich mitten in einem umfassenden Umbau. Das angestammte Geschäft der Außenwerbung verliert immer mehr an Gewicht zugunsten einer massiven Expansion in Online-Werbung. Dieses Geschäft laufe der Analyse zufolge schlechter als von Ströer angegeben, so Muddy Waters.

Quelle:  Handelsblatt Online
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