Aktien europäischer Banken: Der größte Contra-Trade der Welt

Aktien europäischer Banken: Der größte Contra-Trade der Welt

, aktualisiert 19. September 2016, 13:46 Uhr
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Europäische Bank-Aktien haben schwere Zeiten hinter sich. Der richtige Zeitpunkt, um wieder einzusteigen?

Quelle:Handelsblatt Online

Die Citigroup hat weltweit 285 Branchen unter die Lupe genommen. Die Auswertung ergab: Keine Branche hat sich so schlecht entwickelt wie europäische Banken. Weil so viel Luft nach oben ist, raten die Experten zum Kauf.

Es ist ein gern wiederholtes Mantra in der Finanzwelt: Anleger sollen Aktien gegen den Trend kaufen. Die Citigroup hat nun einen solchen „Gegentrend“ ausgemacht: Die europäische Bankenbranche. Der Kauf europäischer Bank-Aktie könnte der größte Contra-Trade der Welt werden, sagen Analysten der US-Bank. Sie gehen davon aus, dass nicht nur die Gewinne der Banken im kommenden Jahr wieder steigen, sondern auch die Aktienkurse.

Zu diesem Ergebnis kommen die Citigroup-Analysten in einer Studie, in der sie 285 Branchen auf der ganzen Welt untersucht haben. Demnach hat sich in den vergangenen zehn Jahren keine Branche so schlecht entwickelt wie Banken aus Europa. Der Branchenindex Stoxx 600 Banks hat allein in diesem Jahr bereits fast 24 Prozent verloren. Der ermittelte Branchen-Buchwert kommt gerade einmal auf 0,7, was bedeutet, dass man europäische Bank-Aktien derzeit für weniger Geld kaufen kann als sie laut der Bilanz wert sind. Für die Citigroup ist das Grund genug, Bank-Titel als mögliches Investment zu empfehlen.

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Zwar kämpfen die Banken weiterhin mit der stark gesunkener Inflation, während Minizinsen die Einnahmen belasten. Die US-Investmentbank hält europäische Bank-Titel dennoch für attraktiv – allerdings mit einer gewissen Einschränkung. „Historisch gesehen spricht vieles für einen Kauf, unsere Kernaussage ist jedoch, den Sektor im Portfolio nicht unterzugewichten“, erklärt Citigroup-Analyst Jonathan Stubbs in einem Kundenschreiben.

Als Kaufkandidaten gelten demnach die Danske Bank, Standard Chartered, und BBVA. Die HSBC hingegen gehört nicht zum Kreis der empfohlenen Aktien. Der Deutsche Bank stehen die Experten ebenfalls skeptisch gegenüber. Zuletzt hat die Citigroup das Kursziel von 14,30 auf 13,00 Euro gesenkt und die Papiere lediglich mit „neutral“ bewertet. Vor allem angesichts drohender Milliardenstrafen weht dem größten Finanzinstitut Deutschlands derzeit viel Gegenwind ins Gesicht. Auch andere Analysten haben bezüglich der Deutschen Bank Bedenken. So rät das Analysehaus S&P Global zu einem Verkauf der Aktie.

Die hohe Summe von 14 Milliarden Dollar, die das US-Justizministerium im Streit um dubiose Hypothekengeschäfte fordert, werde die Deutsche Bank am Ende wohl noch drücken können, schrieb Analyst Firdaus Ibrahim in einer Studie vom Freitag mit Verweis auf frühere Vergleichsverhandlungen zwischen den USA und anderen Banken. Wegen der düsteren Profitabilitätsaussichten, der schwachen Eigenkapitalquote und der hohen Prozessrisiken bleibe er aber beim Verkaufsvotum.

Quelle:  Handelsblatt Online
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