Allianz: „Tal der Tränen“ überwunden

Allianz: „Tal der Tränen“ überwunden

, aktualisiert 09. März 2017, 18:49 Uhr
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Der Umsatz des Versicherers zog 2016 an.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Sachversicherungssparte der Allianz ist nach fast zehn Jahren wieder stärker gewachsen als der Markt. Der Umsatz des deutschen Versicherers stieg ebenso. Nur beim Gewinn hinkt es.

UnterföhringDie Allianz ist in Deutschland in der Schaden- und Unfall-Versicherung nach zehn Jahren wieder im Vorwärtsgang. Die Sachversicherungssparte sei mit 3,2 Prozent zum ersten Mal seit 2007 wieder stärker gewachsen als der Markt, sagte Deutschland-Chef Manfred Knof am Donnerstag in Unterföhring bei München. Finanzvorstand Burkhard Keese sprach von einem „langen Tal der Tränen“, das die Allianz mit neuen Produkten verlassen habe. Zum ersten Mal seit Jahren sei es ihr auch gelungen, mehr Neuverträge abzuschließen als Kündigungen hinzunehmen. „Ich hätte das vor drei Jahren nicht für möglich gehalten“, sagte Keese.

Trotz eines Umsatzanstiegs um knapp fünf Prozent auf 32,4 Milliarden Euro musste Allianz Deutschland 2016 operativ einen Gewinnrückgang hinnehmen. Das Minus von 5,5 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro sei auf Großschäden zurückzuführen, die anders als ein Jahr zuvor leicht über dem langjährigen Schnitt ausgefallen seien. „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte Keese. Auch 2017 sei in allen drei Sparten mit Umsatzzuwächsen zu rechnen.

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In der umkämpften Autoversicherung hat die Allianz keinen Boden auf den Marktführer HUK-Coburg gutgemacht. 50.000 Verträge kamen 2016 hinzu, mit 8,3 Millionen versicherten Autos hinkt die Allianz dem Billiganbieter HUK-Coburg noch hinterher. Bei den Kooperationen mit Autobauern wie VW sei es zuletzt mehr darum gegangen, sie profitabel zu machen, sagte Vorstand Joachim Müller. „Jetzt wollen wir im Neugeschäft angreifen.“ Bis die Allianz Marktführer sei, werde es aber noch dauern, räumte Deutschland-Chef Knof ein.

In der Lebensversicherung ist die Allianz unangefochten die Nummer eins. Gemessen am Umsatz schraubte Allianz Leben seinen Marktanteil im vergangenen Jahr auf 20,8 von 19,3 Prozent. Sie habe 31 (2015: 27) Prozent aller neuen Verträge in der Branche auf sich vereinigt, sagte Keese. 90 Prozent des Neugeschäfts entfielen inzwischen auf die neuen Policen ohne lebenslange Garantien, Riester-Verträge machten den Rest aus. Spartenchef Markus Faulhaber schloss einen Verkauf oder eine Ausgliederung der Altbestände an klassischen Lebensversicherungen aus: „Wir denken in keiner Weise daran. Der Altbestand ist profitabel.“ Der Rivale Ergo hatte sich entschieden, die teuren Altverträge getrennt vom Neugeschäft abzuwickeln.

Quelle:  Handelsblatt Online
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