Amazon kauft Aktien zurück: Online-Riese verschuldet sich immer weiter

Amazon kauft Aktien zurück: Online-Riese verschuldet sich immer weiter

, aktualisiert 12. Februar 2016, 12:32 Uhr
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Der Online-Händler kauft Aktien zurück – auf Pump.

von Ulf SommerQuelle:Handelsblatt Online

Amazon kauft für fünf Milliarden Dollar Aktien zurück. Die Ankündigung des weltgrößten Online-Händlers überrascht, weil die Effekte überschaubar bleiben. Dafür steigt die Verschuldung in schwindelerregende Höhen.

DüsseldorfAmazon beglückt seine Aktionäre: Der weltgrößte Online-Händler will für fünf Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Das beschloss das Management des an der Börse weltweit wertvollsten Handelskonzerns in der Nacht zum Freitag. Amazon ersetzt damit sein altes und ausgelaufenes Programm von 2010, mit dem bereits für mehr als eine Milliarde Dollar Aktien vom Markt genommen wurden.

Weniger Aktien verknappen das Angebot und erhöhen zugleich den Gewinn je Aktie. Beides treibt üblicherweise den Kurs. Soweit die Theorie. Im Fall von Amazon überrascht die Entscheidung von Konzernchef Jeff Bezos allerdings gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn dem Rückkaufvolumen von fünf Milliarden Dollar steht ein schmaler Nettogewinn von 596 Millionen Dollar im abgelaufenen Jahr gegenüber. 2014 fuhr Amazon sogar einen Verlust von 241 Millionen Dollar ein.

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Mehr noch: Amazons Verschuldung steigt und steigt – von knapp sieben Milliarden Dollar Anfang 2014 auf zuletzt 17,5 Milliarden Dollar. Die üppige Geldflut der Notenbanken samt daraus resultierenden extrem niedrigen Bank- und Anleihezinsen machen Amazon wie auch vielen anderen Unternehmen Aktienrückkäufe auf Pump möglich.

Doch auch unabhängig von diesem krassen Missverhältnis aus Schulden, schmalem Gewinn, aber üppigem Rückkaufvolumen dürfte der kurstreibende Effekt bei Amazon wohl auf Dauer kaum zu spüren sein. Denn dem Rückkaufvolumen von fünf Milliarden Dollar steht ein Börsenwert von 241 Milliarden Dollar gegenüber. Gemessen am aktuellen Kursniveau reduzieren die Rückkäufe den Aktienbestand also nur um zwei Prozent.

Fazit: Das Aktien-Angebot wird minimal verknappt, doch die Rückkäufe kosten dem Konzern sehr viel Geld. Solides Wirtschaften geht anders.

Quellle:  Handelsblatt Online
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