Amazon: Knackt die Aktie die 1000-Dollar-Marke?

Amazon: Knackt die Aktie die 1000-Dollar-Marke?

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Pfeil nach oben: Analysten setzen Amazons Kursziel hoch.

Quelle:Handelsblatt Online

Analysten haben Amazons Kursziel auf 1000 Dollar gesetzt - so hoch wie bei keinem anderen Wert der Wall Street. Das verleiht Amazons Aktie Flügel.

Was haben Priceline, Berkshire Hathaway, Seaboard und Google gemeinsam? Sie sind Mitglied im erlesenen Club der 1000-Dollar-Plus-Aktien. Und wenn es nach den Analysten von Bernstein geht, wird als nächste Aktie Amazon den Traumwert überschreiten. Gründer und CEO Jeff Bezos, schon heute die Nummer vier der Forbes-Liste der Hyperreichen, dürfte dann einen Platz auf dem Siegertreppchen beanspruchen, neben Bill Gates und Warren Buffett.

Am Dienstag schloss die Aktie des größten Online-Händlers der Welt an der Wall Street nach einem Plus von rund 3,5 Prozent bei 703 Dollar - und damit auf einem Allzeit-Hoch. „Wir glauben, dass das Unternehmen nicht ansatzweise so bewertet wird wie wir es für angemessen halten“, zitiert Bloomberg aus einer Kundennotiz des Investmenthauses Bernstein.

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Der Amazon-Aktie ist ja schon manches nachgesagt worden, aber „Unterbewertung“ gehört nicht dazu. Doch Bernstein ist „kurz-, mittel- und langfristig“ positiv gestimmt, heißt es. „Die Gewinnmargen werden in den kommenden zwei Jahren weit schneller wachsen als in den vergangenen zwei Jahren“, so die Prognose.

Die beliebtesten Händler in Deutschland

  • Über die Studie

    Der Proposition-Index 2015 der Unternehmensberatung OC&C analysiert die Leistungsversprechen von über 850 Handelsunternehmen (darunter 95 aus Deutschland) auf Basis einer internationalen Konsumentenbefragung. Insgesamt wurden über 300.000 Kundenbeurteilungen aufgenommen, 26.000 davon allein in Deutschland. Für jedes Handelsunternehmen wurden die Kunden zur Gesamtwahrnehmung und den Elementen des Leistungsversprechens befragt. Neben der Kundensicht zu Preisstellung, Qualität, Auswahl, Einkaufserlebnis und Service wurden auch die Preis-Leistungs-Wahrnehmung des Kunden und das Kundenvertrauen ermittelt. In die Bewertung fließen hierbei nur diejenigen Konsumenten ein, die das entsprechende Handelsformat in den vergangenen drei Monaten besucht oder dort eingekauft haben. Die vom Kunden wahrgenommene Stärke des Gesamtleistungsversprechens, der „Proposition“, und die einzelnen Elemente des Leistungsversprechens werden jeweils in einem Index gemessen, dessen Maximalwert 100 ist.

  • Platz 10

    Platz 10: Douglas

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 79,6

    Veränderung zu 2014: -0,8

  • Platz 9

    Platz 9: Aldi

    Kategorie: Lebensmitteleinzelhandel

    Bewertung: 79,6

    Veränderung zu 2014: +1,8

  • Platz 8

    Platz 8: Tchibo

    Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser

    Bewertung: 80,0

    Veränderung zu 2014: +0,8

  • Platz 7

    Platz 7: Drogerie Müller

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 80,0

    Veränderung zu 2014: +0,2

  • Platz 6

    Platz 6: Rossmann

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 80,5

    Veränderung zu 2014: -0,3

  • Platz 5

    Platz 5: Otto

    Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser

    Bewertung: 81,1

    Veränderung zu 2014: +3,3

  • Platz 4

    Platz 4: Thalia

    Kategorie: Andere

    Bewertung: 81,4

    Veränderung zu 2014: +1,1

  • Platz 3

    Platz 3: IKEA

    Kategorie: Möbelhäuser

    Bewertung: 81,8

    Veränderung zu 2014: n/a

  • Platz 2

    Platz 2: Amazon

    Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser

    Bewertung: 86,5

    Veränderung zu 2014: +1,5

  • Platz 1

    Platz 1: dm

    Kategorie: Drogerien

    Bewertung: 87,7

    Veränderung zu 2014: +1,2

Wahr ist, dass ein überraschend starker Gewinnausweis bereits zu einem starken Kurssprung geführt hatte, in dessen Folge das Vermögen von Bezos um sechs Milliarden Dollar an nur einem Tag angeschwollen war. Als Geldmaschine hatte sich die Sparte für Cloud-Computing herausgestellt.

Psychologische Hürde

Die „AWS“ (Amazon Web Services) genannte Sparte lieferte im ersten Quartal 2016 bei 2,6 Milliarden Dollar Umsatz ein operatives Ergebnis von 604 Millionen Dollar. Das ist eine Verdreifachung zum Vorjahr. Die Sparte repräsentiert keine zehn Prozent vom Umsatz, aber über 50 Prozent des operativen Ergebnisses in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar.

Aber warum jetzt noch mal dieser Adrenalinschub bei dem Sanford Bernstein-Analysten? Ganz einfach: Die Geschäftsbereiche von Amazon seien jetzt schlicht und einfach so groß und so schnell wachsend, dass Bezos gar nicht mehr genug Investments finden könne. Mit anderen Worten: Er muss einfach irgendwann immer mehr Gewinne ausweisen.

Amazons deutsche Logistikzentren

  • Bad Hersfeld

    Im hessischen Bad Hersfeld hat Amazon gleich zwei Logistikzentren. Dort wurde 1999 das erste Logistikzentrum innerhalb von Deutschland eröffnet. Zehn Jahre später folgte ein zweites Zentrum.

  • Leipzig

    Das Zentrum in Leipzig gibt es seit 2006 und ist so groß wie elf Fußballfelder. Dort sind 2000 Arbeitskräfte festangestellt.

  • Werne

    Der Logistikstandort Werne wurde 2010 eröffnet, ein Jahr später wurde eine weitere Halle eröffnet. Die Gesamtfläche ist so groß wie 19 Fußballfelder. Für 2017 ist ein kompletter Neubau geplant.

  • Rheinberg

    In Rheinberg hat Amazon mehr als 1700 Mitarbeiter. In der Weihnachtszeit kommen 1800 Saisonkräfte hinzu. Das Zentrum gibt es seit 2011.

  • Graben

    Mit 110.000 Quadratmetern oder 17 Fußballfeldern an Lagerfläche stellt Graben bei Augsburg eines der größten deutschen Logistikzentren von Amazon. Sechs Lagerhallen umfasst das Versandzentrum, das es seit 2011 gibt.

  • Koblenz

    Das Logistikzentrum in Koblenz wurde 2012 eröffnet und umfasst rund 17 Fußballfelder an Lagerfläche. Dort hat Amazon mehr als 1000 Mitarbeiter und stellt jedes Jahr doppelt so viele Saisonkräfte ein.

  • Pforzheim

    Das Logistikzentrum in Pforzheim gibt es seit Herbst 2012. Dort hat Amazon 1000 Mitarbeiter. In der Weihnachtszeit werden doppelt so viele Saisonkräfte eingestellt. Das Gelände ist 110.000 Quadratmeter groß.

  • Brieselang

    Brieselang ist der neueste Standort von Amazon in Deutschland. Er wurde im Herbst 2013 eröffnet. Mit einer Größe von umgerechnet 10 Fußballfeldern gehört er zu den kleinsten Standorten.

Daneben hat Amazon am Dienstag den nächsten Rivalen ins Auge genommen und „Amazon Video Direct“ vorgestellt, einen Konkurrenten zu Googles YouTube. Laut Bloomberg hat J. P. Morgan ein Kursziel von 915 Dollar. Aber noch niemand wollte bislang den Tausender sehen.

Doch auch die psychologische Hürde sollte am Aktienmarkt nicht unterschätzt werden. 2013, als Google das erste Mal die 1000 Dollar knackte, war lange zuvor ein anderer Kandidat als bombensicheres 1000-Dollar-Papier gehandelt worden: Apple. Doch ganz kurz vor dem Ziel ging dem iPhone-Konzern die Luft aus.

Mittlerweile hat die Aktie einen 7:1-Splitt hinter sich und notiert bei rund 93 Dollar, das wären rund 651 Dollar vor der Aktien-Teilung. Von 1000 redet jetzt erstmal keiner mehr, seit auch Aktionärs-Aktivist Carl Icahn mitgeteilt hat, er habe vorsichtshalber seine Apple-Aktien verkauft und einen Milliardengewinn mitgenommen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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