Analysten-Prognosen: Wie weit der Dax noch nach oben pirscht

Analysten-Prognosen: Wie weit der Dax noch nach oben pirscht

, aktualisiert 20. April 2016, 17:57 Uhr
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Wie weit treibt die jüngste Rally den deutschen Aktienindex?

Quelle:Handelsblatt Online

Seit dem Jahrestief im Februar hat der Dax mittlerweile rund zwanzig Prozent zugelegt. Welche Börsenentwicklung die Analysten der öffentlichen Banken wie Helaba, NordLB oder Deka in den kommenden Monaten erwarten.

FrankfurtDie Anleger am deutschen Aktienmarkt haben in den vergangenen Tagen deutlich steigende Kurse gesehen. Am Mittwoch markierte der Dax bei 10.421 Punkten den höchsten Schlusskurs dieses Jahres. Doch wie geht es nun nach der jüngsten Rally weiter? Die Anlageexperten der öffentlichen Banken zeigen derzeit vorsichtig optimistisch: Auf Sicht von sechs Monaten sehen sie den Dax im Schnitt bei 10.540 Punkten – die Zwölf-Monats-Prognosen taxieren den deutschen Leitindex bei durchschnittlich 11.240 Zählern. Das geht aus der neusten Aktienmarktprognose des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hervor, die am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt worden ist. Bezogen auf die aktuelle Notierung wäre dies Aufwärtspotenzial von rund einem sowie sechseinhalb Prozent.

Besonders hohe Renditechancen erwarten die Kapitalmarktprofis der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die den Dax bis Oktober auf 11.200 Punkte steigen sehen und auf Sicht von einem Jahr sogar 12.000 Zähler als Zielmarke ausrufen. Laut dem Helaba-Strategen Markus Reinwand sei am Aktienmarkt gerade bei Euro-Titeln die recht attraktive Bewertung wieder stärker in den Fokus gerückt. Im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen seien die Dax-Werte derzeit so günstig wie zuletzt 2008/2009 und 2011/2012, sagte Reinwand in Frankfurt. Damals sei dies der Startschuss für markante Kurszuwächse gewesen.

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„Für eine Verstetigung des Kursanstieges kommt es nun allerdings darauf an, dass sich die Erholungsanzeichen bei den konjunkturellen Frühindikatoren fortsetzen und somit auch die Perspektiven für die Entwicklung der Unternehmensgewinne aufhellen“, so Reinwand.

Am wenigsten trauen dem deutschen Börsenbarometer dagegen die Fachleute der Dekabank zu. Ihre Kursprognosen für die beiden Betrachtungsperioden liegen nur bei 10.000 sowie 10.500 Punkten. Als bedeutenden Belastungsfaktor nennt Dekabank-Aktienstratege Joachim Schallmayer das konjunkturelle Umfeld. Dieses können sich zwar zunehmend stabilisieren – „dass dieses Umfeld für den Unternehmenssektor dennoch sehr herausfordernd ist, lässt sich an der Entwicklung der Unternehmensgewinne ablesen“, so der Fachmann.


Sind Aktien alternativlos?

Die Berichterstattung über das gerade abgelaufene erste Quartal 2016 werde schwach ausfallen. „Sowohl in den USA, als auch in Europa und Deutschland werden Unternehmen deutliche Gewinnrückgänge gegenüber dem Vorjahresquartal verbuchen müssen“, erwartet Schallmayer. Für das Gesamtjahr 2016 solle lediglich mit einer niedrigen einstelligen Zuwachsrate gegenüber dem Vorjahr gerechnet werden.

Auch nach Ansicht der NordLB bremsen vor allem die mauen Ertragsaussichten der Unternehmen das Kurspotenzial an den Aktienmärkten. „Zwar sind die Erwartungen in die Quartalsergebnisse der Unternehmen im Vorfeld deutlich reduziert worden, so dass es den Gesellschaften nicht schwer fallen sollte, die Analystenschätzungen zu erreichen oder sogar zu übertreffen“, erklärt Nord-LB-Analyst Volker Sack. Mehr als eine Beruhigung der Märkte dürfte davon aber nicht ausgehen. Entsprechend fallen die Indexprognosen der NordLB aus: Einen Anstieg auf 10.600 Punkte trauen die Banker dem Dax bis Oktober zu – auf Jahresssicht halten sie das Erreichen der nächsten Tausendermarke für realistisch.

Noch genügsamer müssen Anleger nach Auffassung der Landesbanker am europäischen Aktienmarkt sein: Beim Euro Stoxx 50 tippen sie mit Blick auf den Stand in einem halben Jahr auf 3.150 Punkte – die Zwölf-Monats-Prognose lautet 3.300 Zähler. Das wäre ein Plus von nicht einmal einem sowie knapp fünfeinhalb Prozent. Im Schnitt erwarten die öffentlichen Banken beim Euroland-Leitindex Kurspotenzial von fast zwei Prozent bis Oktober – sowie siebeneinhalb Prozent in einem Jahr.

Dennoch bleiben Aktienanlagen nach Einschätzung der NordLB vor allem wegen des niedrigen Zinsniveaus, das nur langsam ansteigen dürfte, alternativlos. Da die Volatilität an den Börsen vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Risiken und möglicher Wachstumsverlangsamungen weiterhin ansteigen dürfe, raten die Experten zum sogenannten „Cost-Averaging“ als Anlagestrategie. Anhänger dieses Anlagegrundsatzes sind davon überzeugt, dass sich durch Sparraten das Risiko eines Börsenengagements im Vergleich zur Einmalanlage verringern lasse. Die Idee dahinter: Wer regelmäßig über einen längeren Zeitraum investiere, der profitiert angeblich sogar davon, wenn die Aktienkurse abrutschen - schließlich bekomme er dann mehr Anteile für sein Geld.

Quelle:  Handelsblatt Online
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