Angebotsfrist beendet: Nächste Runde beim Verkauf der HSH Nordbank

Angebotsfrist beendet: Nächste Runde beim Verkauf der HSH Nordbank

, aktualisiert 02. April 2017, 15:26 Uhr
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Das Firmenschild der Bank leuchtet in Kiel vor dem Gebäude. Die Angebotsfrist für die Bank ist abgelaufen.

von Frank Matthias DrostQuelle:Handelsblatt Online

Der Verkaufsprozess der HSH Nordbank kann in die nächste Runde gehen. Die Mehrheitseigner zeigten sich mit den eingegangenen Angeboten „sehr zufrieden“. Es soll unterschiedliche Interessenten geben.

Hamburg/KielNoch am vergangenen Donnerstag trommelte der Vorstandschef der HSH Nordbank, Stefan Ermisch, für einen erfolgreichen Verkauf der Bank. Das große Problem offenbarten die Jahreszahlen: Die Kernbank verdreifachte ihr Ergebnis, die Abbaubank mit den maroden Schiffskrediten schrieb rote Zahlen, doch verkauft werden muss die komplette Bank, die einen mageren Vorsteuergewinn von 121 Millionen Euro für 2016 auswies. Bis Freitag um 24 Uhr hatten die Interessenten Zeit, indikative Angebote abzugeben.

„Wir sind nach erster Sichtung - wie schon bei den Interessensbekundungen - mit der Resonanz sehr zufrieden“, erklärten die Finanzministerin von Schleswig-Holstein, Monika Heinold (Grüne) und Hamburgs Finanzsenator, Peter Tschentscher (SPD), in einer gemeinsamen Erklärung. Die Länder würden die eingegangenen Angebote nunmehr sorgfältig prüfen und bewerten. Dann würden sie entscheiden, welchen Kaufinteressenten ein vertiefter Blick in den Datenraum gewährt werde. Über die Zahl der Kaufinteressenten verlautete nichts. Zuvor hieß es, dass zu den Interessenten strategische Investoren auch aus dem Ausland und Finanzinvestoren zählen.

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Die EU-Kommission pocht auf einen positiven Kaufpreis für die Gesamtbank. Doch der Preis ist nur ein Kriterium. Um die Chance einer erfolgreichen Privatisierung zu sichern, orientiert sich die Bieterauswahl für die zweite Verfahrensstufe nicht nur an dem gebotenen Kaufpreis, sondern auch an der Eignung der Bieter, die Privatisierung unter den gegebenen beihilfe- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfolgreich durchführen zu können, argumentieren die Eigner.

Aus eigener Initiative wären die Eigner in Zeiten von Dauerniedrigzinsen, hohen Regulierungsanforderungen und eines harten Wettbewerbs kaum auf die Idee gekommen, die HSH Nordbank zum Verkauf zu stellen. Doch die norddeutschen Bundesländer müssen sich auf Druck Brüssels von der Bank trennen. Eine wiederaufgestockte Bilanzgarantie, die Eigenkapitalcharakter hat, wertete die EU-Kommission als Beihilfe. Sie wurde unter der Auflage genehmigt, dass die Bank bis zum Frühjahr 2018 verkauft wird. Andernfalls droht die Abwicklung.

Zu den Interessenten zählte auch die NordLB. Die Bank, die ebenfalls in der aktuell problematischen Schiffsfinanzierung aktiv ist, wird allerdings kein Angebot abgeben, stellte ein Sprecher klar. Damit dürfte kein öffentlich-rechtliches Institut mehr im Rennen sein. Das ist insofern bemerkenswert, da der Verkaufsprozess noch misslingen könnte. In diesem müsste möglicherweise die Einlagensicherung der Sparkassen-Finanzgruppe einspringen, da die Sparkassen in Schleswig-Holstein im Zuge der Gewährträgerhaftung noch für alte Verbindlichkeiten der HSH haften muss. Die Rede ist von rund 600 Millionen Euro.

Zudem emittierte die HSH Nordbank Zertifikate im Wert von sieben Milliarden Euro. Sollte der Emittent abgewickelt werden, müsste die Sparkassen-Finanzgruppe auch hier einspringen, um mögliche Reputationsschäden zu vermeiden. Das wäre einfacher zu lösen, wenn ein öffentlich-rechtliches Institut beim Kauf der HSH Nordbank eine Rolle spielen würde. Auf Verbandsseite wurde das aber als nicht entscheidend angesehen. „Mögliche Rettungsaktionen lassen sich in jeder Phase organisieren“, meinte ein Vertreter der regionalen Sparkassenverbände.

Quelle:  Handelsblatt Online
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