Anlagegeld abgezweigt: Ex-Wölbern-Chef rechtskräftig für Jahre im Gefängnis

Anlagegeld abgezweigt: Ex-Wölbern-Chef rechtskräftig für Jahre im Gefängnis

, aktualisiert 22. Januar 2016, 13:43 Uhr
Bild vergrößern

Die langjährige Haftstrafe für Heinrich Maria Schulte ist jetzt höchstrichterlich bestätigt.

von Gertrud HusslaQuelle:Handelsblatt Online

Der frühere Geschäftsführer der Wölbern-Fonds-Gruppe ist nach einem BGH-Spruch rechtskräftig zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. „Nun habe ich zumindest Klarheit“, sagt Heinrich Maria Schulte.

Düsseldorf147 Millionen Euro hat der Mediziner Heinrich Maria Schulte aus geschlossenen Immobilienfonds der Wölbern Invest abgezweigt. Sein Urteil, achteinhalb Jahre Haft, hat der Bundesgerichtshof jetzt bestätigt.

Der Medizinprofessor habe die Nachricht gefasst aufgenommen, berichtet sein Verteidiger Thomas Hauswaldt. „Es ist wie bei einer ärztlichen Diagnose. Ich muss das akzeptieren und es verschafft mir Klarheit für die Zukunft“, habe Schulte gesagt. Die Strafe hatte ursprünglich das Landgericht Hamburg gegen den Ex-Chef der Fondsgruppe Wölbern Invest verhängt. Rund neun Monate nach dem Spruch hat der Bundesgerichtshof nun das Urteil für rechtskräftig erklärt und den Revisionsantrag seiner Verteidiger abgewiesen (5 StR 460/15).

Anzeige

Das Landgericht Hamburg hatte es als erwiesen angesehen, dass Schulte in den Jahren 2011 bis 2013 aus 31 geschlossenen Immobilienfonds 147 Millionen Euro zweckwidrig verwendet hat, 50 Millionen Euro davon für private Zwecke. (Aktenzeichen 630 KLs 1/14).

Schulte hatte laut Anklage eine teure Yacht, mehrere Villen, Gemälde, und auch sonst einen sehr aufwendigen Lebensstil.

Seine Verteidiger hatten eine mehrere umfassende Rügen gegen das Urteil des Landgerichts formuliert und vor allem die Zusammensetzung des Gerichts beanstandet. „ Ich bedaure die Zurückweisung der Revision außerordentlich. Ich halte die Kritik an dem Urteil des Landgerichts aufrecht“, sagte Anwalt Arne Timmermann, ein weiterer Verteidiger Schultes, dem Handelsblatt.

Von der Untersuchungshaft in den regulären Strafvollzug

Für Schulte enden nun zwei Jahre und vier Monate Untersuchungshaft. Es beginnt für ihn der reguläre Strafvollzug. Dort seien nach Einschätzung von Verteidiger Hauswaldt deutlich bessere Haftbedingungen zu erwarten, weil das Ziel die Resozialisierung sei.

Damit kann Schulte etwa mit erleichterten Besuchsbedingungen und mit Freigängen rechnen. Schulte habe die Zeit in der Untersuchungshaft mit bewundernswerter Disziplin überstanden, heißt es bei der Verteidigung.

Schulte hatte sich laut Urteil systematisch an den Fonds und damit an den Mieteinnahmen bedient, die den Anlegern zustanden. Hinzu kam eine Krise auf dem holländischen Immobilienmarkt, auf dem die meisten Fondsobjekte standen.

Viele Fonds sind inzwischen insolvent. Beim Rest mussten die Anleger teils schwere Verluste hinnehmen.

Die Anleger haben inzwischen eine Zivilklage gegen die Berater der Kanzlei Bird&Bird erhoben. Sie sollen Schulte bei seinen Tricks geholfen haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%