Anlagestrategie: Profitables Hin und Her

Anlagestrategie: Profitables Hin und Her

, aktualisiert 22. November 2016, 06:32 Uhr
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Spezielle Finanzinstrumente erzielen selbst dann attraktive Renditen, wenn die globalen Aktienmärkte auf der Stelle treten.

von Georgios KokologiannisQuelle:Handelsblatt Online

Die Aktienbörsen treten im Schnitt seit Monaten auf der Stelle. Doch wer in spezielle Anlageprodukte investiert, kann auch in solch schwierigen Marktphasen ansehnliche Gewinne erzielen.

FrankfurtEs ist ein richtungsloses Hin und Her, das an den Nerven der Anleger zehrt: Seit zwei Jahren kommen die hiesigen Aktienkurse unter dem Strich nicht mehr vom Fleck: Das wichtigste Euro-Land-Börsenbarometer Euro Stoxx 50 tritt bereits seit Herbst 2013 nur noch schwankungsreich auf der Stelle. „Die globalen Aktienmärkte befinden sich in einer reifen Marktphase“, sagt Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der Deutschen Asset Management. Doch spezielle Finanzinstrumente erzielen selbst dann attraktive Renditen. Experten machen Investoren wenig Hoffnung auf eine baldige Trendwende nach oben an den Aktienbörsen – trotz der überraschenden Kursrally an den weltweiten Börsen nach Donald Trumps Wahlsieg in den USA. So rechnen etwa die Analysten der DZ-Bank zwar damit, dass kurzfristig die Folgen aus einer Trump-Präsidentschaft nicht negativ sein müssten – langfristig allerdings seien die Auswirkungen „zum jetzigen Zeitpunkt nicht kalkulierbar“, so die Fachleute.

Eine Möglichkeit, um jetzt dennoch Rendite zu erzielen, sind spezielle Anlagevehikel: „Anleger können auf defensive Aktienprodukte wie etwa Discountzertifikate setzen, um sich für volatile Phasen zu wappnen“, sagt Carsten Klude, Chefvolkswirt bei der Privatbank M. M. Warburg. Mit Discountzertifikaten können auch Privatinvestoren ihre Risiken an den Börsen begrenzen. Kursverluste am Aktienmarkt schlagen damit nicht voll im eigenen Depot durch. „Mit einem Investment in solche Papiere können Anleger an positiven Entwicklungen der Aktienmärkte teilhaben, aber gleichzeitig von einem Sicherheitspuffer profitieren“, sagt Mark Seeber vom Analysehaus European Derivatives Group (EDG).

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Vereinfacht dargestellt funktionieren diese defensiven Anlagevehikel so: Der Investor kauft damit eine Aktie oder einen Index mit einem Abschlag („Discount“) auf den aktuellen Kurs. Dieser Rabatt wirkt dabei wie ein Sicherheitspuffer gegen Kursverluste. Im Gegenzug für diesen rabattierten Einstieg sind auch die Gewinne begrenzt – anders als etwa bei einem Direktinvestment in eine Aktie oder in einen Index. Eine Rendite von 9,2 Prozent per annum bis kommenden September ist beispielsweise mit einem Discountzertifikat möglich, das sich auf den Euro Stoxx 50 bezieht (WKN: DL36NM) – selbst wenn der Index bis dahin weiterhin stagniert. Das Produkt gehört nach Einschätzung der EDG zu den derzeit besten Discounter-Varianten auf das Euro-Land-Börsenbarometer.


Hohe Gewinne locken

Das Handelsblatt veröffentlicht regelmäßig in Zusammenarbeit mit EDG die besten dieser Papiere für vorsichtige Investoren. Denn das größte Problem für Nichtprofis ist es, aus derzeit insgesamt mehr als 164.000 börsengehandelten Produkten die erfolgversprechendsten zu finden. Hier setzt das Informationsangebot an, das auf den Auswertungen der EDG basiert: Aus allen verfügbaren Zertifikaten werden diejenigen mit den besten Testergebnissen präsentiert.

Mit ausgewählten Discountzertifikaten auf Dax, Euro Stoxx & Co. fahren Investoren bereits seit langem wesentlich besser als mit Direktengagements an den Aktienmärkten. Das zeigt ein Blick auf die Wertentwicklung der vergangenen Monate. So war Anfang Februar im Handelsblatt eine Auswahl mit sechs top bewerteten Euro-Stoxx-Discountern vorgestellt worden (Ausgabe 22/2016). Und während sich der Wertzuwachs des Aktienindexes seitdem kaum verändert hat, konnten Anleger mit sämtlichen damals vorgeschlagenen Papieren eine deutlich positive Rendite erreichen – der Spitzenreiter liegt knapp zehn Prozent im grünen Bereich (WKN: LB07UA).

In der aktuellen Tabelle werden erneut die aktuell bestbewerteten Euro-Stoxx-Discounter aufgeführt – unterteilt nach drei Rabattgruppen: Es geht um die interessantesten Produkte mit einem Abschlag von mindestens zehn, fünfzehn und zwanzig Prozent auf das aktuelle Indexniveau. Wer beispielsweise auf einen Discounter der französischen Großbank BNP Paribas setzt, der mit einem Abschlag von über fünfzehn Prozent auf den Leitindex zu haben ist, kann bis Mitte September 2017 einen Ertrag von 4,8 Prozent erzielen (WKN: PB7PKL, drittes Produkt in der Tabelle). Das entspricht einer jährlichen Rendite von 5,7 Prozent. Einzige Voraussetzung: Der Euro Stoxx notiert bis dahin bei mindestens 2700 Punkten („Cap“). Erst darunter nimmt die Rendite sukzessive ab. Ins Minus rutschen Anleger erst unter etwa 2577 Zählern. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Rabatt auf die Euro-Stoxx-Notierung ist, desto höher ist für den Käufer die maximal erzielbare Rendite – und umgekehrt.


Gute Ausgangsbedingungen

Die Methodik des EDG-Zertifikate-Tests: Kern des Modells ist ein zweiteiliges Bewertungsverfahren. Zunächst werden die Zertifikate nach den Kriterien Bonität, Kosten, Handel und Informationsbereitstellung beurteilt. Im zweiten Teil werden sie auf ihre Eignung für verschiedene Anlegerprofile untersucht und in eine von fünf Risikoklassen eingestuft (Risikoklasse eins: sicherheitsorientiert, bis Risikoklasse fünf: spekulativ). Beide Ergebnisse werden zu einem Testurteil zusammengefasst, wobei maximal fünf Sterne vergeben werden können.

Die Unsicherheit an den Märkten macht Discountzertifikate besonders attraktiv: Denn die Konditionen, zu denen Emittenten sie anbieten können, sind vereinfacht gesagt dann besonders gut, wenn die Kursausschläge an den Börsen zunehmen – so wie derzeit: Der Volatilitätsindex VStoxx, der die erwartete Schwankungsbreite für europäische Dividendentitel anzeigt, notierte zuletzt zeitweise bei über 24 – so hoch wie im Juni vor dem Brexit-Votum in Großbritannien.

Je größer die im Fachjargon „implizite Volatilität“ genannte Nervosität an den Börsen ist, desto besser sind in der Regel die Renditechancen. „Auch die momentan steigenden Marktzinsen verbessern die Konditionen von Discountzertifikaten für Neuanleger“, erklärt Derivate-Fachmann Seeber. Sie profitierten von höheren Renditen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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