Arag-Werbung : Ein Kampftanz sorgt für Aufregung

Arag-Werbung : Ein Kampftanz sorgt für Aufregung

, aktualisiert 10. Mai 2017, 13:42 Uhr
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„Respektloser Kulturraub“ oder witzige Werbeidee?

von Carsten HerzQuelle:Handelsblatt Online

Die Arag spielt in einem Werbespot ironisch mit dem traditionellen Haka-Tanz aus Neuseeland – und erregt damit im Netz die Gemüter. Einige Nutzer sprechen von Kulturraub. Doch der Versicherer verteidigt seinen Werbeclip.

FrankfurtEr gehört zu Neuseeland wie der Kiwi: der Haka-Tanz, ein ritueller Tanz der Ureinwohner Maori. Vor jedem wichtigen Spiel tanzt das Rugby-Nationalteam der Neuseeländer, der All Blacks, den traditionellen Kampftanz, um den Gegner einzuschüchtern. In einem neuen Werbespot greift nun auch der deutsche Versicherer Arag Elemente des sogenannten Haka spielerisch auf – und sorgt mit dem Kampftanz im Netz für einen Streit der unfreiwilligen Art.

Bei einigen Nutzern auf Facebook, Twitter & Co. kommt der Spot gar nicht gut an. Er sei „angewidert“, beschwerte sich ein Neuseeländer im Netz. „Von respektlosen Kulturraub“, spricht ein anderer Nutzer. Es gibt jedoch auch andere Stimmen, die die Aufregung nicht ganz nachvollziehen können. „Umgekehrt (deutscher Volkstanz) würde es keine Sau aufregen“, gibt Lancea Berlin auf Twitter zu Bedenken.

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Ein Kampftanz sorgt für Aufregung. „Wir sind mit Bedacht an das Thema herangegangen“, betonte ein Arag-Sprecher am Mittwoch. „Wir haben sogar einen Haka-Trainer mit ins Boot geholt.“

Mit der Kampagne will Arag eigentlich seine neue Markenbotschaft „Auf ins Leben“ bei der Zielgruppe der 20- bis 39-Jährigen stärker verankern und sich als „Lebensbegleiter und Mutmacher“ für sämtliche Lebenssituationen inszenieren, wie das Unternehmen vor wenigen Tagen noch stolz verkündete.

Dafür engagierten die Düsseldorfer im vergangenen November die Hamburger Fluent als neue Leadagentur. Die Markenkampagne ist die erste Arbeit der Hamburger Kreativ- und Mediaspezialisten für den neuen Kunden.

In dem Kinospot, der den Mittelpunkt der Kampagne bildet, sind zahlreiche Menschen auf den Straßen einer Großstadt zu sehen, die alle im Begriff sind, etwas Neues zu beginnen – einen neuen Job, den Führerschein, eine Firmengründung, das erste Kind oder eine Weltreise. Alle Protagonisten schreien dabei ihr Vorhaben laut in die Welt – und erhalten von den anderen Menschen lauthals Zustimmung.


Eher ein Shit-Stürmchen als ein Shitstorm

Die Botschaft, die Arag mit dem Film vermitteln wollte: Mit den Versicherungen von Arag an der Seite ist man für alle Lebensphasen bestens gerüstet. „Die neue Kampagne vermittelt diese Botschaften sehr unterhaltsam und aufmerksamkeitsstark“, frohlockte Connie Peters, Vice President Marketing bei Arag, noch zum Start der Kampagne Ende April.

Doch inzwischen dürfte sich auch im Arag-Tower in Düsseldorf der eine oder andere vielleicht ein bisschen weniger Aufmerksamkeit für den Spot wünschen.

Auf Youtube reagiert die Arag auf viele dieser Kommentare mit einem eigenen Statement. Die Choreografie im Video sei „tatsächlich inspiriert vom Haka: Menschen machen sich Mut für die Zukunft und nutzen dabei auch Elemente dieses Tanzes“, erläutert der Versicherer dort seine Motivation. Um der „Ernsthaftigkeit des Tanzes gerecht zu werden“ habe man mit einem Haka-Experten zusammengearbeitet.

So findet der Versicherer durchaus auch Zuspruch im Netz. „Wenn in NZ eine Versicherung eine Werbung voll jodelnder, Schuhplattler-tanzender Deutscher macht, regt sich doch auch keiner auf“, schreibt ein Nutzer namens shane54nz. Doch andere Youtube-Kommentatoren kann das nicht besänftigen. „Jedes Mal, wenn ich diese widerliche Arag-Werbung mit dem Maori Haka sehe, ist mein Puls sofort auf 180“, schimpft ein Nutzer namens Tana im Netz.

Andere mutmaßen, es könne sich auch um eine kalkulierte Provokation handeln, um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen. Falls dem so sein sollte, ging das Kalkül bislang nicht auf. Trotz der aufgewühlten Kommentare ist von einem Shitstorm nicht ernsthaft zu sprechen – eher von einem Shit-Stürmchen. Ganze 5.455 Aufrufe hat der Spot am Mittwoch auf Youtube. Zum Vergleich: „Lustige Tiere zum Totlachen“ kommt auf Youtube auf 4,8 Millionen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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