Allzu lineares Verständnis

Archiv: Allzu lineares Verständnis

Der Kommentar sieht den Abgang von Schrempp und Schröder als Beginn einer neuen Epoche, in der sich die neuen Realitäten der Globalisierung auch in Deutschland durchsetzen werden. Hier zeigt sich ein allzu lineares Verständnis der komplexen politökonomischen Verhältnisse. Die Selbstbehauptung der nichtangelsächsischen Varianten des Kapitalismus sollte nicht unterschätzt werden. Japan, Deutschland oder auch Frankreich praktizieren eine ja nicht völlig erfolglose Mischung aus partieller Anpassung und Deregulierung auf der einen Seite und Verweigerung auf der anderen Seite. Kurz: Die historisch-kulturellen Determinanten/Präferenzen unserer und anderer Gesellschaften begrenzen den Spielraum für einen durchgreifenden Wandel in den etatistisch orientierten Industriestaaten. Die uns wahrscheinlich bevorstehende große Koalition wird dies bestätigen. Grundsätzlich ist natürlich, da hat Methfessel Recht, eine Anpassung an die globalen Realitäten des Arbeits- und Kapitalmarkts unausweichlich. Die Varianten dieser Anpassung werden jedoch vielfältig sein. 

Christoph Müller-Hofstede Hürth (Nordrhein-Westfalen) 

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