Archiv: AltesTestament

Nino von Finck » Der Enkel des Privatbankiers August von Finck senior kämpft um sein Milliardenerbe. Den ersten Prozess hat er verloren. Doch die Familienfehde geht weiter. 

Baron August von Finck senior war ein Bankier von besonderer Diskretion. Fragen nach den Erträgen seines Geldhauses, der Münchner Privatbank Merck Finck, pflegte er mit dem schlichten Hinweis zu beantworten: „Der Gewinn deckt die Lebensverhältnisse.“ Nino von Finck, der Enkel und Erbe des 1980 verstorbenen Barons, wollte es genauer wissen – und scheiterte jetzt vor dem Münchner Landgericht. Die Richter wiesen eine Auskunftsklage des 21-jährigen Studenten gegen Familienoberhaupt August von Finck junior ab. Doch Nino von Finck gibt nicht auf. Er wolle, sagte er, „definitiv in die Berufung“ gehen. Damit eskaliert die Familienfehde um den Milliardennachlass des Bankpatriarchen. 

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Als Baron von Finck vor 26 Jahren starb, hinterließ er seinen Söhnen August junior und Wilhelm je ein Drittel des Vermögens. Für seinen jüngsten Sohn Helmut verfügte der Bankier im Testament eine Sonderregelung, die sogenannte Nacherbschaftsklausel. Danach sollte nicht Helmut, dessen Verhältnis zum Vater als gespannt galt, das Geld bekommen, sondern erst „seine männlichen, blutsmäßigen, ehelichen Kinder“ – also Nino. Das bedeutet: Stirbt Helmut von Finck, tritt Nino ein Drittel des Baron'schen Erbes an. Bis dahin verwaltet seine Verwandtschaft das Vermögen, allen voran August von Finck junior, der von seinem Altersdomizil in der Schweiz ein Finanzimperium mit Beteiligungen am Baukonzern Hochtief und der Gastronomiekette Mövenpick steuert. 

Kurz nach seinem 18. Geburtstag bat Nino seinen „lieben Onkel August“ per Brief um Auskunft über die Höhe des zu erwartenden Erbes und bekam eine erstaunliche Antwort. 186 000 Allianz-Aktien und ein Konto mit 31 000 Euro habe er für ihn deponiert, ließ August junior über seine Anwälte ausrichten. Alles zusammen ist rund 28 Millionen Euro wert. Eine stolze Summe, doch angesichts des Vermögens seines Großvaters, der zu Lebzeiten einen Besitz von schätzungsweise zwei Milliarden Euro dirigiert haben soll, wohl eher ein Taschengeld. Um das genaue Vermögen und damit seinen Erbteil zu bestimmen, hatte Nino von Finck bereits im März die Auskunftsklage gegen seinen Onkel sowie gegen seinen Cousin Wilhelm von Finck junior eingereicht. Der nächste Gerichtstermin steht noch nicht fest. Aber er kommt bestimmt. 

henryk.hielscher@wiwo.de,sabrina ebitsch | München 

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