Archiv: Ambitioniert

KarstadtQuelle » Der Warenhauskonzern baut Verschuldung und Personalkosten deutlich ab. 

Thomas Middelhoff , Vorstandschef des Essener Warenhauskonzerns KarstadtQuelle, kommt mit seinem Verkaufsprogramm zügig voran. Der Konzern steht nach Informationen aus Finanzkreisen beim Verkauf der 75 kleinen Warenhäuser, der Modekette SinnLeffers und der Sportartikel-Kette Runners Point in Abschlussverhandlungen. In den vergangenen Monaten wurden bereits Verträge für das Logistikzentrum in Unna, die Modekette Wehmeyer und die Karstadt-Fitnesscenter unterzeichnet. Damit dürfte die erste Desinvestitionsrunde planmäßig im dritten Quartal über die Bühne gehen. Die Versandzentren von Quelle und Neckermann in Frankfurt und Leipzig stehen nach Informationen der WirtschaftsWoche allerdings nicht mehr zum Verkauf. Die Angebote seien für KarstadtQuelle nicht attraktiv gewesen, heißt es. Trotzdem werde der angestrebte Verkaufserlös von rund 1,1 Milliarden Euro erreicht. Vor einigen Wochen hatte Middelhoff zusätzlich den Verkauf der hauseigenen Hypothekenbank und eines so genannten ABS-Programms angekündigt. Dabei will KarstadtQuelle Darlehensverträge mit Versandhandelskunden an einen externen Dienstleister verkaufen. Zusammen soll diese zweite Verkaufsrunde weitere 1,3 Milliarden Euro in die Kassen spülen. 

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Die bisherigen Verkäufe und die Reduzierung des Umlaufvermögens haben dazu geführt, dass der Konzern nach Informationen der WirtschaftsWoche seine Nettofinanzverbindlichkeiten zum Ende des ersten Halbjahres 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 800 Millionen Euro auf 4,3 Milliarden Euro senken konnte. Middelhoffs ambitioniertes Ziel ist, die Schulden in den nächsten Monaten so weit zu drücken, dass er sogar wieder an Zukäufe denken kann. Wenn die Konzerntöchter den Eigentümer wechseln, werden nach unternehmensinternen Kalkulationen rund 20 000 bisherige Mitarbeiter von den Käufern übernommen. Über Personalabbau und den Verkauf von Unternehmensteilen will KarstadtQuelle seine Personalkosten um rund 16 Prozent senken. 

brigitte.haacke@wiwo.de 

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