Archiv: Angst in Frankfurt

Kevin Parker » Mit dem Abgang von DWS-Chef Axel Benkner zieht der oberste Vermögensverwalter der Deutschen Bank noch mehr Macht an sich. 

In der Deutschen Bank genießt Kevin Parker einen Ruf wie Donnerhall. Der Chef der weltweiten Vermögensverwaltung, der laut Beobachtern nur selten lächelt, ist im Umgang mit Mitarbeitern nicht gerade zimperlich. Wer den Anforderungen des gelernten Investmentbankers, der sein Büro in New York hat, nicht genügt, muss mit Konsequenzen rechnen. Deshalb geht im Frankfurter Gallusviertel die Angst um, seit der Abgang von DWS-Chef Axel Benkner bekannt geworden ist. Benkner, der seit 26 Jahren für die Fondstochter der Deutschen Bank arbeitet und seit knapp vier Jahren an ihrer Spitze steht, will ab Anfang nächsten Jahres nur noch beratend für die DWS tätig sein. Die Fondsmanager fürchten, dass die Gesellschaft unter einem neuen Chef noch mehr von ihrer Freiheit und ihren Kompetenzen verlieren wird. Bisher werden in Frankfurt nicht nur Fonds mit europäischen Wertpapieren, sondern auch mit amerikanischen und asiatischen Titeln betreut. „Das Management dieser Fonds könnte nach New York, Singapur oder London abwandern“, fürchtet ein DWS-Manager. 

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Wie eine Neuordnung aussehen könnte, hat Parker bei der Immobilienfondstochter DB Real Estate vorgemacht. Nachdem der Grundbesitz-Invest-Fonds vorübergehend geschlossen worden war und fast die Hälfte seines Vermögens verloren hatte, wurde der An- und Verkauf von Objekten in die globale Immobiliensparte Rosenberg Real Estate Equity Fund (RREEF) eingegliedert, die seit 2002 zur Deutschen Bank gehört. Damit haben die Amerikaner im Immobiliengeschäft das Sagen. Da ist es konsequent, dass der bisher am DB-Real-Estate-Sitz Eschborn für Immobilienankauf zuständige Geschäftsführer Kurt Müller jetzt aufgibt. 

Muss die DWS nun ebenfalls Zuständigkeiten abgeben, wäre dies auch eine herbe Schlappe für den Finanzplatz Frankfurt und seine Investoren (siehe Seite 190). London hat den Kampf als Finanzhauptstadt Europas längst für sich entschieden. Frankfurt hat nur noch im Asset Management international Bedeutung. Der wichtigste Spieler in diesem ständig wachsenden Markt ist die DWS mit einem europaweiten Fondsvermögen von 151 Milliarden Euro, die den Vergleich mit der angelsächsischen Konkurrenz nicht scheuen muss. 

stefanie.burgmaier@wiwo.de | Frankfurt, heike schwerdtfeger | Frankfurt 

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