Auf den letzten Drücker

Archiv: Auf den letzten Drücker

UniCredit » Nur wenige Investoren haben ihre Aktien getauscht. An der Börse glaubt dennoch kaum jemand, dass die Übernahme der HVB scheitert. 

Gerade mal 3,64 Prozent der HypoVereinsbank-Aktien wurden UniCredit bis Anfang dieser Woche angeboten. Bis zu den 65 Prozent, die UniCredit-Chef Alessandro Profumo bis Montag um Mitternacht mindestens einsammeln will, ist es noch ein weiter Weg. Ein Zeichen dafür, dass der Deal noch scheitern könnte, ist die magere Quote jedoch nicht. Institutionelle Investoren legen sich bei Übernahmen durchweg erst im letzten Moment fest. Der Deutschen Telekom etwa waren im Januar, eine Woche vor Ablauf der Frist für den Rückkauf von T-Online, erst weniger als 0,1 Prozent der Aktien angedient worden. Trotzdem lief die Reintegration der Tochter später wie geplant. „Es gibt keinen Grund, nicht bis zum letzten Tag der Frist zu warten“, sagt der Chef-Fondsmanager einer großen Frankfurter Fondsgesellschaft. „Wer früher tauscht, schränkt seine Flexibilität ein.“ Zum Tausch eingereichte Aktien würden gesperrt und könnten nicht mehr verkauft werden, wenn zum Beispiel Gerüchte über ein Gegenangebot den Kurs treiben. 

Anzeige

Aktienhändler sagen, dass auch die Kurse von HVB und UniCredit kein Scheitern signalisieren. Zu Wochenbeginn spiegelten sie nahezu exakt das Umtauschverhältnis von fünf UniCredit- für eine HVB-Aktie wider. Die österreichische AVZ-Stiftung, die rund vier Prozent der HVB-Aktien hält, verhandelt noch. Zwei bayrische Stiftungen mit knapp vier Prozent der Aktien werden das Angebot wohl annehmen. In München verweist man darauf, dass für sie nicht Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu zuständig sei, der gegen die Fusion ist, sondern Finanzminister Kurt Faltlhauser. Börsianer orientieren sich vor allem am mit 18,3 Prozent größten HVB-Aktionär: Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard machte klar, dass der Rückversicherer den Buchgewinn braucht, um seine Gewinnprognose zu retten. „Wir tendieren dazu, das Angebot zu akzeptieren“, heißt es bei der Fondsgesellschaft Union Investment, die „zwischen 0,5 und 1,0 Prozent“ an der HVB hält. Andere Fonds wollen abwarten, bis Profumo auf der Roadshow, bei der er für die Fusion wirbt, bei ihnen Station gemacht hat. 

hauke.reimer@wiwo.de | Frankfurt 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%