Archiv: Aufbruch Ost

Reinhold Schulte » Der Vorstandsvorsitzende der Versicherungsgruppe Signal Iduna plant den Kauf von Privatkliniken in Osteuropa. 

Während das Krankenversicherungsgeschäft der Dortmunder Signal-Iduna-Gruppe in Deutschland stagniert, treibt sie die Expansion in Osteuropa voran. Vorstandschef Reinhold Schulte will dort nicht nur Krankenversicherungen anbieten, sondern auch Privatkliniken kaufen. Bereits im Herbst könnte die erste Übernahme erfolgen. „Wahrscheinlich starten wir in Warschau“, sagt Schulte. 

Anzeige

Für den Einstieg in osteuropäische Krankenhäuser sucht er noch einen deutschen Klinikbetreiber als Partner. Verhandlungen darüber liefen schon, sagt der Signal-Iduna-Chef. Mit wem er derzeit redet, will er nicht verraten. Es dürfte sich jedoch um die Klinikbetreiber Röhn, Asklepios oder die Fresenius-Tochter Helios handeln. Ausgeschlossen sind dagegen Gespräche mit Sana, obwohl die Versicherungsgruppe mit 14,5 Prozent an dem Klinikbetreiber beteiligt ist. 

In der Krankenversicherung setzt Schulte bei osteuropäischen Expansion vor allem auf Polen. „Der polnische Gesundheitsmarkt ist immerhin der viertgrößte Europas“, sagt der Signal-Iduna-Chef. Dort will er vor allem Unternehmen als Kunden gewinnen. Ihnen bietet er Krankenversicherungspakte für ihre Mitarbeiter an. Das Gesundheitssystem in Polen sei marode und korrupt, beklagt Schulte. Oft ließen sich Ärzte schwarz bezahlen, und zu den modernen Privatkliniken hätten die meisten Durchschnittsverdiener keinen Zugang. Deshalb sei das Angebot von Signal Iduna hoch willkommen, sagt Schulte. Bis Ende 2007 will das Unternehmen auch in Ungarn und Rumänien Krankenversicherungen anbieten, später sollen dann noch Slowenien, Serbien, Kroatien und Tschechien folgen. 

martin.seiwert@wiwo.de 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%