Archiv: Bakterien im Visier

Mit einer Technik von rap.ID lassen sich gefährliche  Mikroorganismen minutenschnell identifizieren. 

Ist das Pulver in dem Briefumschlag der lebensbedrohliche Milzbranderreger Anthrax oder nur ein harmloses Bakterium? Spätestens seit dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center im September 2001 suchen Wissenschaftler nach einer schnellen Antwort auf solche Fragen. Das Berliner Unternehmen rap.ID Particle Systems hat sie mit dem Bio Particel Explorer gefunden. Das Gerät identifiziert innerhalb von drei Minuten Keime wie den Milzbranderreger. 

Ein Laserstrahl tastet die Probe ab. Ermittelt werden Form und Größe sowie mithilfe der Spektroskopie die Zusammensetzung des Moleküls. Diese Daten werden mit den Fingerabdrücken bekannter Mikroorganismen verglichen, die in einer Datenbank hinterlegt sind. Die Trefferquote ist enorm hoch: „Wir schaffen Zuordnungsraten zwischen 95 und 99 Prozent“, sagt Geschäftsführer Oliver Valet. 

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Damit ist das System auch für die Pharma- und Lebensmittelindustrie interessant. Denn dort muss keimfrei produziert und deshalb ständig kontrolliert werden. So können Abfüller von Getränken fortlaufend analysieren, ob der Apfelsaft oder das Bier mit Milchsäurebakterien verunreinigt ist. Durch rasche Reaktion können sie verhindern, dass ganze Chargen verunreinigt werden und damit unverkäuflich sind. Pilotkunde des Unternehmens ist der Pharmahersteller Schering. 

Bisher braucht ein Labor vier bis zwölf Stunden, um zum Beispiel den lebensgefährlichen Erreger einer Lungenentzündung von einem harmlosen Bakterium zu unterscheiden. Mit dem neuen Gerät dauert das nur noch drei Minuten. 

juergen.rees@wiwo.de 

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