Archiv: Beckmesserland

Sie zitieren Wagner. Mit Recht! Und Sie kennen seine „Meistersinger von Nürnberg“? Thomas Mann schrieb am 25. August 1951 an den Literaturkritiker Friedrich Schramm: „ ...die Meistersinger sind ein herrliches Werk, ein Festspiel, wenn es je eins gab, ein Gedicht, worin Weisheit und Kühnheit, das Würdige und das Revolutionäre, Tradition und Zukunft sich auf eine großartige heitere Begeisterung für das Leben und für die Kunst tief aufweckende Weise vermählen.“ Wie Unrecht er doch hatte. Es gibt einen vierten Akt in dieser Oper. Da kehrt Beckmesser zurück, übernimmt die Macht und verhindert alle notwendigen Reformen. Tradition und Zukunft? Vermählung? Begeisterung für das Leben? Nein, hinterfragen und mit Fleiß Probleme suchen. „Deutsche Kunst muss hässlich sein und wehtun“, sagen amerikanische Kollegen. Die jeweilige Opernpraxis ist ein Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklung. Deutschland ist und bleibt Beckmesserland. 

Bernd WeiklKammersänger  Hamburg 

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