Billigflug nach Hongkong

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Flughafen Köln/Bonn » Anfang nächsten Jahres soll der weltweit erste Billigcarrier für Langstrecken starten. 

Am Flughafen Köln/Bonn beginnt eine neue Ära der Luftfahrt. Spätestens im ersten Quartal des kommenden Jahres soll dort der weltweit erste Billigcarrier für Langstreckenflüge abheben. Die Verhandlungen laufen bereits. 

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Ende August will Flughafen-Chef Michael Garvens nach Hongkong reisen und mit der Billiglinie Oasis Hong Kong Airlines die Details regeln. „Oasis ist ein interessanter Partner für uns“, sagt Garvens, „in Hongkong reden wir mit denen über eine mögliche Verbindung nach Köln/Bonn.“ Die Gesellschaft hat bereits die Streckenrechte für eine Verbindung von Hongkong nach Köln erhalten und wäre das weltweit erste Unternehmen, das Billigflüge auf Langstrecken anbietet. 

Mit Oasis Air könnte sich Garvens endlich seinen Wunsch erfüllen, das deutsche Billigflugzentrum Köln/Bonn weltweit anzuschließen. Dann könnten Kunden aus ganz Europa die Kurzstreckenflüge von Billigfliegern wie DBA, Germanwings oder HLX als Zubringer nutzen und in Köln auf die Langstrecke umsteigen. Einen ähnlichen Plan hatte Garvens bereits vor gut einem Jahr mit der US-Linie ATA enwickelt, die jedoch noch vor dem ersten Linienflug nach Europa Gläubigerschutz beantragen musste. 

Garvens neuer Partner Oasis Air wurde im März von dem Hongkonger Immobilientycoon Raymond Lee gegründet und will zunächst Discount-Flüge nach Europa, später auch in die USA anbieten. CEO des neuen Low-Cost-Carriers ist Steve Miller , einer der Mitgründer der Hongkonger Dragonair, die seit Mitte der Achtzigerjahre zwischen Hongkong und der Volksrepublik China verkehrt. 

Zunächst will Oasis mit einer kleinen Flotte bestehend aus Airbus-Maschinen des Typs A340-300 starten. 

Ein Rückflugticket nach Europa, so heißt es bei Oasis, könnte rund 400 Euro kosten, der Preis für ein Return-Ticket nach Amerika läge bei etwa 500 Euro. 

Die Tickets will die Hongkonger Fluggesellschaft anders als viele Billigairlines nicht nur über das Internet vertreiben, sondern auch über Reisebüros. Die Verpflegung an Bord soll gratis sein, für alkoholische Getränke und das Unterhaltungsprogramm müssen die Fluggäste allerdings zahlen. Ein Vielfliegerprogramm wird Oasis nicht anbieten. Neben Köln will die Gesellschaft auch London, Mailand und Berlin ansteuern. 

Zurzeit tobt in Hongkong allerdings noch ein juristischer Streit um Oasis Air. Da die Airline noch keine Betriebszulassung besitzt, von den Hongkonger Behörden aber bereits Verkehrsrechte erhalten hat, haben mehrere Fluggesellschaften Beschwerde eingelegt. Zu den Beschwerdeführern gehört auch Cathay Pacific, Hongkongs mit Abstand größte Fluggesellschaft und Partner von British Airways. Bisher war es üblich, die Verkehrsrechte erst zu erteilen, wenn eine Betriebsgenehmigung vorliegt. Dieses Verfahren habe sich in der Vergangenheit bewährt, kritisiert Cathay Pacific. Doch Kölns Flughafenchef ist zuversichtlich, dass sein Plan aufgeht und die Einwände zurückgewiesen werden. 

matthias.kamp@wiwo.de,rüdiger kiani-kress 

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