Archiv: Black Beauty

Schwarz schlägt Rot: Für den aktuellen Nagellack-Trend wurde in Filmen schon seit Jahren viel geraucht. 

Seit Chanel einen schwarzen Nagellack für die Herbst/Winter-Saison 2006 herausbrachte, reißen in den Beauty-Foren des Internets die Debatten über den Trend zu dunklen Nägeln nicht mehr ab. Da beteuern Beautynistas, dass sie sich mit schwarzen Fingernägeln schon seit Jahren in Szene zu setzen wissen. Andere geraten darüber ins Schwärmen, wie der subtile Schimmer des neuen Chanel-Lacks der Nichtfarbe Schwarz angeblich Tiefe verleiht. 

Wirklich neu ist dieses Thema nicht. So ist schon in 4000 Jahre alten chinesischen Schriften davon die Rede, dass der Gebrauch von rotem und schwarzem Nagellack allein der königlichen Familie vorbehalten sei. 

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Auch im Abendland des 20. Jahrhunderts schien es eine Zeit lang, als wären schwarze Nägel das Privileg eines kleinen Kreises von Insidern. Die Londoner It-Boutique Biba, in der Anna Wintour, die heutige Chefredakteurin der amerikanischen „Vogue“ einmal als Aushilfe jobte, bot ihren Kunden 1967 exklusiv schwarzen Nagellack an. 

Die Punks griffen in den Achtzigern lieber zum schwarzen Edding. Dann brach 1994 der Kult-Film „Pulp Fiction“ die Bahn für den schwarzen Lack. Als Uma Thurmans schlanke und entsprechend manikürte Finger (mit Chanels Rouge Noir) die eine oder andere Zigarette hielten und auch das Filmplakat zierten, war das Rotschwarz binnen kürzester Zeit ausverkauft. Seither gilt die Visagistenregel: „Dunkler Nagellack sieht nur auf kurzen Nägeln gut aus.“ 

Drei Jahre später trägt Robin Wright Penn als die junge Maureen in „Alles aus Liebe“ (Bild) ihre Nägel kurz und schwarz, was ungemein cool und sexy wirkt. Da sie in ihrer wildromantischen Rolle ständig eine Zigarette, eine Whiskeyflasche oder gleich beides zwischen ihren Fingern balanciert, war der Nagel-Look ins Gehirn der Zuschauerin als Beuteschema eingebrannt – doch suchte sie den angesagten Lack bei den Edelmarken vergeblich. 

Erst 1999 schickt dann Tom Ford seine Models mit der düsteren Nageldekoration für Gucci über den Laufsteg. 2003 werden schwarz lackierte Nägel gar zum metrosexuellen Kult, nachdem David Beckham damit in der italienischen „Männer-Vogue“ posiert. Als schließlich im vergangenen Jahr Lindsay Lohan und Nicole Richie, die Stil-Ikonen der Modemagazine, den Nail-Polish auf dem roten Teppich zelebrieren, ist der Ansturm programmiert und „Black Satin“ von Chanel vergriffen. Sie wissen schon, der Nagellack mit Tiefgang und subtilem Schimmer. 

Kathrin Bierling 

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