Archiv: Blatters Bande

Die wichtigsten Mitglieder im Fifa-Exekutivkomitee 

Julio Grondona , 74, Argentinien, Senior Vizepräsident und Chef der Fifa-Finanzkommission, zweiter Mann hinter Blatter. Don Julio führt mit Unterbrechungen den argentinischen Fußballverband seit 27 Jahren wie ein Pate. Berüchtigt ist er für seine einsamen Entscheidungen. Etwa, als er Diego Maradona bei der WM dem argentinischen Trainer zur Seite stellen wollte. Zuvor soll Grondona auch mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen sein. 

Jack Warner , 63, Trinidad und Tobago, Vizepräsident der Fifa. Der ehemalige Geschichtslehrer ist seit 23 Jahren Exekutivmitglied. Er kontrolliert 35 Wählerstimmen. Hat Blatters Amtsübernahme 1998 gestützt. Warner ist in Skandale um Ticketverkäufe für die WM über ein familieneigenes Reisebüro verstrickt. Er soll dreimal die TV-Übertragungsrechte für die Karibik beinahe kostenlos erhalten und teuer verkauft haben. 

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Mohammed Bin Hammam , 56, Katar. Der Präsident des asiatischen Fußballverbands zählt – neben Jack Warner – zu den engsten Verbündeten Blatters. Sitzt seit 1996 im Exekutivkomitee. Ihm werden Ambitionen auf eine eigene Kandidatur nachgesagt. Bin Hammam leitet das Goal-Büro der Fifa, das die Gelder für die Entwicklungshilfeprojekte verteilt. 

Ricardo Teixeira , 58, Brasilien. Wurde von seinem damaligen Schwiegervater João Havelange, damals noch Fifa-Präsident, in die brasilianische Fußball-Konföderation gehievt, wo er bis heute Präsident ist. Tief verstrickt in Korruptionsvorwürfe wegen eines Exklusivvertrags zwischen Nike und der brasilianischen Nationalelf. Hat inzwischen auch seinen Sohn Roberto Teixeira, dank Havelange im brasilianischen Fußballverband untergebracht. 

Gerhard Mayer-Vorfelder , 73, Deutschland, DFB-Präsident, Verbündeter Blatters. Der Jurist war baden-württembergischer Finanzminister und Präsident des VfB Stuttgart. Zudem steht er mit an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes. Nach dem Ausscheiden der deutschen Elf bei der EM 2004 geriet Mayer-Vorfelder wegen seines selbstherrlichen Führungsstils massiv in die Kritik. 

Issa Hayatou , 59, Kamerun, seit 18 Jahren Präsident des afrikanischen Fußballverbandes. Er weiß, wie es ist, gegen Blatter zu verlieren. 2002 unterlag er bei der Präsidentenwahl in Seoul. Allerdings hatte Hayatou im Wahlkampf wenig Inspiration versprüht. Im Fifa-Exekutivkomittee ist er noch geduldet. 

Chung Mong Joon, 54, Südkorea, machte bei den Präsidentschaftswahlen 2002 in Seoul Stimmung gegen Blatter. Doch sein Kandidat Issa Hayatou unterlag. Chung ist seit 1993 südkoreanischer Fußballpräsident; er gehört zur Besitzerfamilie des Autokonzerns Hyundai. Trotz seiner Attacken gegen Blatter ist er noch einer der Vizepräsidenten im Exekutivkomitee. 

Lennart Johansson,  76, Schweden, Präsident des europäischen Fußballverbandes Uefa. 1998 trat Johansson gegen Blatter an und verlor. 2007 wird bei der Uefa gewählt. Ex-Fußballer Michel Platini will kandidieren, doch Johansson soll ihm den Job nicht zutrauen. Lieber sähe er Franz Beckenbauer an der Spitze, doch der hat offenbar Sympathiepunkte verloren, da er nicht zum jüngsten Uefa-Kongress erschien. 

alexander.busch@wiwo.de | São Paulo, jürgen salz 

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