Börsenwoche – Nachgefragt:Südzucker-Vorstandssprecher Theo Spettmann. Heft 28/2005 EU-Plänekorrigieren

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Die geplante EU-Zuckermarktordnung mit Kürzungen von Rübenquoten und Preisen schadet neben den heimischen Rübenbauern auch den armen Zucker exportierenden Ländern des Südens. Sie erhalten zwar theoretisch freien Marktzugang, die gesenkten EU-Preise machen ihn aber völlig uninteressant. Über das vorhandene Instrument der Quote ließe sich die Menge gezielt senken – um die bisher exportierten EU-Überschussmengen und um gezielt verteilte Liefermengen für die ärmsten Länder („qualifizierter Marktzugang“). Brasilien könnte die Märkte bedienen, die bisher vom EU-Überschusszucker überschwemmt wurden. Preissenkungen wären weder nötig noch sinnvoll. Vor allem die Lobby der europäischen Süßwaren-, Getränke- und Ernährungsindustrie und der internationalen Zucker-Handelskonzerne forciert im WTO-Hintergrund den unumschränkten Weltmarkt. Auch viele Zuckerfabriken stehen nur scheinbar auf Seiten der bäuerlichen Proteste: EU-Zuckerkonzerne wie Südzucker planen den Einstieg in brasilianische Rohrzuckerfabriken, außerdem die Raffinerie von Import-Rohrzucker in der EU. Die Zuckermarktpläne träfen die Rübenbauern ungleich härter als die Zuckerfabriken. Die EU-Pläne müssen korrigiert werden! 

Eckehard Niemann Bienenbüttel (Niedersachsen) 

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