Archiv: Bündnis zerbrochen

Diego Della Valle »  Der Luxusunternehmer zählte lange zu den größten Förderern des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Jetzt bekämpft er ihn. 

Mit seinem Gespür für diskreten Luxus hat Diego Della Valle in 20 Jahren einen hoch profitablen Markenkonzern (Tod’s, Hogan, Fay) geschaffen. Lange Zeit hat er auch den Aufstieg Silvio Berlusconis zum Medientycoon und zum Ministerpräsidenten Italiens bewundert. Er habe, sagt Della Valle, an Berlusconi geglaubt, als der 1993 auf die politische Bühne drängte. Berlusconis Partei-Neugründung Forza Italia finanzierte er sogar mit. Doch im Vorfeld der Parlamentswahl am 9. und 10. April kam es zum Bruch. 

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Vom aktiven Anhänger des Politikers aus Mailand hat sich der italienische Nobelschuhmacher in einen Widersacher gewandelt. Vergangene Woche räumte der Gründer des Kultlabels Tod’s sogar seinen Posten im Vorstand des italienischen Industrieverbandes Confindustria, um Berlusconi noch heftiger attackieren zu können. Er wolle sich ohne Rücksicht auf die Interessen seiner Kollegen – gemeint ist insbesondere die Verbandsspitze um seinen Freund, Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo – gegen die persönliche Diffamierung durch Wahlkämpfer Berlusconi verteidigen können, begründete er seinen Schritt. 

Der Premier hatte Della Valle in Vicenza auf einer Confindustria-Tagung vor 5000 Industriellen angegriffen. Berlusconi schleuderte ihm an den Kopf, er habe „den Verstand verloren oder Leichen im Keller“. Anders sei nicht zu erklären, dass ein Unternehmer für einen Regierungswechsel in Rom plädiere, schimpfte Berlusconi, der verzweifelt um die Unterstützung der Wirtschaft ringt. Doch Della Valle lässt sich nicht einschüchtern. Weiterhin greift er die Wirtschaftspolitik und den Machtstil Berlusconis an. „Berlusconi glaubt, Italien gehöre ihm und er könne über alles mit Arroganz und brutaler Anmaßung verfügen.“ 

ulrike.sauer@wiwo.de | Rom 

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