Archiv: Davos der Familien

Reto Francioni » Der Chef der Deutschen Börse vergleicht das Treffen derFamilienunternehmer in Baden-Baden mit dem Weltwirtschaftsgipfel in der Schweiz. 

Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse, saß der Schrecken über die missglückte Fusion mit der Fünfländerbörse Euronext noch in den Gliedern. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, nach Baden-Baden zu reisen, um vor 100 namhaften Familienunternehmern einen Vortrag über die Börse zu halten. „Das hier, das ist das Davos der Familienunternehmer“, lobte Francioni das Treffen mit Blick auf das jährlich tagende Weltwirtschaftsforum in dem Schweizer Skiort. 

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Tatsächlich ist das Interesse an der Runde in Baden-Baden groß, eine wachsende Zahl an Top-Managern und Spitzenpolitikern zieht es dorthin – und vor allem immer mehr Familienunternehmer. Den Organisator des Treffens, das einmal jährlich stattfindet, freut das. Brun-Hagen Hennerkes, Mitinhaber der Stuttgarter Kanzlei Hennerkes Kirchdörfer & Lorz veranstaltet den Familiengipfel seit 13 Jahren. In diesem Jahr referierten neben Francioni auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Martin Kannegießer, Mitinhaber des Vlothoer Maschinenbauers Herbert Kannegießer und Präsident von Gesamtmetall, dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel schaute abends vorbei und unterstrich damit die Bedeutung der Familienunternehmen für die Wirtschaft. Gerhard Schröder hatte sich in seiner Amtszeit als Kanzler dagegen nicht blicken lassen. Als letzter Kanzler hatte einst Helmut Kohl das Treffen besucht. Auf dem Podium wurden nicht nur wirtschaftspolitische Themen diskutiert, sondern auch gesellschaftspolitische wie etwa die Gefahr von „Wohlstandsverwahrlosung“, referiert vom früheren Leiter des Internats Schloss Salem, Bernhard Bueb. „Wohlstandsverwahrlosung“ des Nachwuchses, das bedeute Isolation im Luxus und nicht selten hämische Anspielungen von Lehrern, sagt Bueb. Da helfe oft nur ein Internat, in dem für Nachkommen vermögender Eltern „Armut simuliert“ werde. 

andreas.wildhagen@wiwo.de 

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