Archiv: Der Eistänzer

Wie Ex-Formel-I-Pilot Jean Alesi mit Mercedes Schlitten fährt. 

Geradeausfahren ist langweilig für Jean Alesi. Der Mann liebt Kurven. Den riesigen Kreisel auf der Versuchsstrecke des Mercedes-Veredlers AMG im nordschwedischen Eis fährt der kleine Franzose denn auch mit Vollgas. 

„Das geht ‚flat out‘“, so beschreibt er die adrenalinsteigernde Übung und steuert den AMG-Mercedes C55, einen fünftürigen, familientauglichen Kombi, per Daumen und Zeigefinger auf der glatten Unterlage genau dahin, wohin er ihn haben will. Der Tachometer zeigt konstant 140 km/h an, der Wagen dreht quer stehend seine Runden und das Heck will ständig überholen. 

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Jean Alesi verdient mit so was seinen Lebensunterhalt. Der ehemalige Formel-1-Pilot, der 13 Jahre lang mit den Schumachers und Räikkönen um die Wette fuhr, mischt heute auf einem AMG-Mercedes in der Deutschen Tourenwagen Masters mit. Und hier in Arjeplog in Lappland, am Polarkreis, bei 15 Grad unter null, bei einer gemeinsamen Werbeveranstaltung der Uhrenmarke IWC und der Mercedes-Tochter AMG, fährt er auch zum Vergnügen. 

Und wie. 

„Ich liebe dieses Auto“, schwärmt Alesi, reißt ruckartig das Lenkrad herum, dreht den Wagen, ohne den Fuß vom Gas zu nehmen, um 180 Grad und nimmt Kreisel in Gegenrichtung. „Die Balance ist umwerfend. Die ganze Kraft des Motors geht auf die Hinterräder, und das ist beim Fahren auf Eis ein großer Vorteil.“ 

Aha! Gibt es da nicht den Allradantrieb, der die Kraft gleichmäßig auf vier Räder verteilt und so für Sicherheit auf Glatteis sorgt? Schon. Aber geübte Fahrer lenken lieber mit Vortrieb auf der Hinterachse. Allrad ist offenbar für Warmduscher. Zu Alesis großem Vergnügen dreht sich ein vierradgetriebenes G-Modell, das seinem Speed auf dem Icetrack folgen wollte, in die Schneehügel am Rande der Strecke. 

„Wer schnell fahren will, muss agieren, nicht reagieren. Ich kontrolliere Autos am liebsten mit dem Gasfuß“, so der Franzose. „Selbst meine Rennwagen lasse ich so einstellen, dass die Balance auf der Vorderachse sehr leicht ist und sie so perfekt zu lenken sind. Dann kann ich das Auto mit dem Gaspedal dahin bewegen, wo ich es haben will. Der C55 hat dafür genügend Kraft.“ 

Über 367 PS verfügt das Mercedes T-Modell, ein getarntes Familiengefährt. „Damit hätte man vor ein paar Jahren noch Rennen gewinnen können“, so Alesi. Spricht’s, nimmt kurz den Fuß vom Gas und malt einen perfekten Donut aufs schwedische Eis, indem er mit stehenden Vorderrädern das Heck um sich selbst kreisen lässt. 

Alesi scheint mit dem fast zwei Tonnen schweren Kombi auf dem Eis zu tanzen. Seine Kurvenfahrten mit dem großvolumigen Achtzylinder erinnern eher an ein Schwingen und Wiegen im Walzertakt, und wie beim Tanz führt der Mann am Lenkrad das Gefährt mehr um die Spitzkehren, als dass er es zwingt. Gelernt hat der 40-Jährige die besondere Führungskunst als Fahrinstrukteur bei Eisrennen im alpenländischen Chamonix. „So was vergisst du nicht“, sagt er und strahlt. 

Das Leben ist schön – so lautet trefflicherweise auch das Motto der AMG-Meute, die zusammen mit der Schaffhausener Uhrenmanufaktur IWC die Fahrveranstaltung organisiert haben, um eine neue Armbanduhr vorzustellen, die, versteht sich, „shock resistent“ ist. Und natürlich für zarte Frauen völlig unpassend. Georges Kern, Chef der Schaffhausener Manufaktur: „Für die Ingenieur Watch ist AMG mit seiner technischen Perfektion die ideale Wahlverwandtschaft.“ Und der Powerslider Jean Alesi der beste Botschafter. 

Helmut Werb 

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