Der Konsumflaute getrotzt

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Columbia Sportswear » Das führende amerikanische Outdoor-Unternehmen verstärkt seine Investitionen in Europa. 

In den USA ist Columbia Sportswear mit seinen winddichten Jacken und Hosen, mit Skibekleidung und Schuhen seit Jahren Marktführer. Jetzt will das US-Unternehmen sein Europageschäft ausbauen. 

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2004 erzielte es rund 60 Prozent des Umsatzes von weltweit 1,1 Milliarden Dollar in den USA. In Europa sind es nur knapp 16 Prozent. „Europa ist für uns der wichtigste Wachstumsmarkt“, sagt CEO Tim Boyle . Um mehr Europäer für die Marke zu begeistern, wollen die Amerikaner ihre Produkte stärker am europäischen Geschmack ausrichten und Design, Schnitt und Farbauswahl modischer gestalten. Außerdem wird Columbia in diesem Jahr das Marketingbudget um 33 Prozent auf zehn Millionen Euro erhöhen. Die Investition kann sich lohnen, denn das Geschäft mit Outdoor-Ausrüstung boomt und verzeichnet weltweit zweistellige Wachstumsraten. Allein in Deutschland erzielte die Branche 2003 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Über den Outdoor-Boom freuen sich vor allem Schuhhersteller wie Lowa oder Meindl. Daran will Columbia anknüpfen. „In Europa erwirtschaften wir heute schon 20 Prozent unseres Umsatzes mit Schuhen. Wir wollen den Schuhabsatz verdoppeln“, sagt Boyle. Das erste Quartal 2005 kann sich sehen lassen. So stieg der Umsatz in Europa um 8,6 Prozent auf 46,6 Millionen Dollar. Weltweit legte er sogar um fast 19 Prozent auf knapp 246 Millionen Dollar zu. Der Gewinn erhöhte sich um 6,5 Prozent auf 21,3 Millionen Dollar. 

Den Aufstieg zum weltweit führenden Unternehmen in der Outdoor-Branche verdankt Columbia der heute 85-jährigen ehemaligen Chefin Gertrude Boyle, die immer noch im Aufsichtsrat über die Entwicklungen des börsenorientierten Unternehmens wacht. 1938 hatten ihre Eltern Paul und Marie Lamfrom , die aus Nazideutschland flüchteten, ein Hutgeschäft in Portland, Oregon, übernommen und es Columbia genannt. Tochter Gertrude übernahm 1970 die Geschäftsführung von ihrem plötzlich verstorbenen Mann. Seit 1989 führt Sohn Tim die Geschäfte. In Werbeauftritten mit seiner Mutter mimt der 55-Jährige den braven Sohn. Unter den strengen Blicken seiner Mutter, testet er selbst die Qualität der Produkte bei Eis und Sturm. 

angela.hennersdorf@wiwo.de 

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