Deutliche Abfuhr erteilt

Archiv: Deutliche Abfuhr erteilt

Werner Müller » Die Zulieferindustrie stemmt sich gegen Pläne des RAG-Chefs, den Sockelbergbau in Deutschland zu erhalten. 

Die deutsche Zulieferindustrie für den Bergbau verweigert RAG-Chef Werner Müller die Gefolgschaft. Die Branche, die rund 16 500 Mitarbeiter beschäftigt und Bergwerke mit Schildvortriebgeräten, Förder- und Sicherheitssystemen ausrüstet, lehnt „jede marginale Beteiligung“ an dem von Müller geforderten Referenzbergbau kategorisch ab. Anfragen aus dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, ob die Zulieferer an einer Beteiligung am Referenzbergbau interessiert seien, wurden bisher abgelehnt beziehungsweise „nicht beantwortet“, heißt es aus dem Ministerium. 

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Bisher hatte Müller stets die Bedeutung des deutschen Steinkohlebergbaus für die Zulieferer betont. Mit dem Argument, technisches Know-how in Deutschland zu erhalten, fordern Müller und sein Verbündeter Hubertus Schmoldt, Chef der Gewerkschaft IG BCE, einen Sockelbergbau von jährlich zehn Millionen Tonnen. Die Absage der Zulieferer macht aber deutlich, dass der deutsche Steinkohlebergbau für die Branche, die rund 80 Prozent ihres Gesamtumsatzes im Ausland erzielt, immer mehr Bedeutung verliert. Damit wächst der Druck auf RAG-Chef Müller. Seit über einem Jahr wirbt er um politische Unterstützung für seine Börsenpläne. Müller will den weißen Bereich der RAG – den Chemiehersteller Degussa, den Stromproduzenten Steag und 70 000 Wohnungen – vom Bergbau trennen und im Frühjahr an die Börse bringen. Der Zeitplan kann Experten zufolge nicht eingehalten werden, weil offen ist, wie die Milliardenkosten für den Sockelbergbau finanziert werden können. 

andreas.wildhagen@wiwo.de 

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