Deutschland als Vorreiter

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Thomas Geitner » Beim Wandel des Vodafone-Konzerns vom reinen Mobilfunker zum Komplettanbieter spielt das deutsche Vorstandsmitglied eine Schlüsselrolle. 

Arun Sarin, Chef des weltgrößten Mobilfunkunternehmens Vodafone, hielt lange an der Strategie seines Vorgängers Chris Gent fest. Festnetzgeschäfte waren verpönt, die deutsche Festnetztochter Arcor, die Vodafone bei der Übernahme von Mannesmann mitkaufen musste, sollte abgestoßen werden. Doch nun ändert Sarin den Kurs radikal. Künftig will er Mobilfunk, Festnetz und Internet gemeinsam anbieten. Ein Verkauf von Arcor ist derzeit kein Thema mehr. Thomas Geitner, einziger Deutscher im Vodafone-Vorstand, und Deutschland-Chef Fritz Joussen gelten jetzt als Vorbilder. Denn Deutschland ist Vorreiter für die neue Strategie, die auf konvergente Dienste aus Mobilfunk, Festnetz und Internet setzt. 

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Als Chef der Sparte New Businesses ist Geitner maßgeblich für die geplante Verschmelzung von Mobilfunk, Festnetz und Internet verantwortlich, die neben der Entwicklung der Mobilfunkmärkte in den Schwellenländern nun zu den wichtigsten Zielen des Unternehmens zählt. Er muss bei der Umsetzung der neuen Strategie, die unter dem Stichwort Mobile Plus läuft, aber noch einige Hürden nehmen. Denn bisher verfügt Vodafone abgesehen von seiner Tochter Arcor in Deutschland nicht über die nötige Kabelinfrastruktur für die neuen konvergenten Dienste. Den Kauf eines Festnetzanbieters schloss Sarin aus. Geitner sieht allerdings keine Probleme, Kooperationspartner zu finden. In Großbritannien hält er eine Vereinbarung mit dem Breitband-Provider Bulldog für denkbar, der zum britischen Telekommunikationskonzern Cable & Wireless gehört. In Italien könnte Fastweb ein geeigneter Kooperationspartner sein. Laut Deutschland-Chef Joussen will die deutsche Tochter Ende des Jahres ein komplettes Paket aus Mobilfunk und DSL-Internetzugang anbieten. Die Technik dafür stammt von Arcor. Grund für die Kurskorrektur des Konzerns ist die zunehmende Sättigung der Mobilfunkmärkte in Westeuropa, der wachsende Wettbewerb, die technischen Entwicklungen, das Wachstum im Breitbandgeschäft sowie die Wünsche der Verbraucher. „Heute ist der Wettbewerbsdruck in dieser Hinsicht deutlich stärker als noch vor einigen Jahren“, sagt Sarin. In Europa will Vodafone die Kosten weiter drücken. Am Konzernsitz in Newbury werden 400 Stellen gestrichen, eine Auslagerung von Aufgaben an externe IT-Anbieter wird es möglicherweise auch in Deutschland geben. Laut Joussen fallen deshalb bei der deutschen Tochter aber keine Arbeitsplätze weg. 

yvonne.esterhazy@wiwo.de I London 

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