Die Musik spielt im Ausland

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Michael Ganal » Der BMW-Vetriebsvorstand muss auf einige Minis verzichten, erwartet aber mehr Absatz in China und Nordamerika. 

Obwohl BMW-Vertriebsvorstand Michael Ganal glänzende Augen bekommt, wenn er auf den Verkauf des Mini angesprochen wird, muss der 51-Jährige fest mit einem Absatzminus rechnen. Grund sind der Ausbau des britischen Werkes in Oxford sowie Anpassungen in der Fertigung, beides führt zu Produktionsausfällen. „Wir werden wohl 15 000 bis 20 000 Einheiten weniger machen können als im vergangenen Jahr“, sagt Ganal. 2005 hatte Mini rund 200 000 Autos abgesetzt, von 2007 an soll die Kapazität des Werkes bei rund 240 000 Einheiten liegen. Die Kombiversion des Mini, die BMW in Detroit angekündigt hat, soll künftig etwa 20 Prozent der verkauften Modelle ausmachen. Wann das Modell genau erscheint, steht allerdings noch nicht fest. Freude bereitet Ganal nicht nur der Mini-Absatz, sondern auch der Vertrieb in China. „Ich kenne kein Land, wo die Leute mit einer solchen Zuversicht und einem solchen Selbstvertrauen in die Zukunft blicken“, sagt der Vertriebsvorstand. „Die stellen teilweise Showräume und Werkstätten hin, wo jetzt noch die Hälfte leer steht und sagen gleichzeitig: Aber in 18 Monaten sind wir voll ausgelastet.“ 

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An Potenzial fehlt es jedenfalls nicht, wie Ganal feststellt. Deshalb will er auch zügig expandieren. „Es gibt in China immer noch viele Fünf-Millionen-Städte, die noch nicht besetzt sind. Da werden wir sicher in den nächsten Jahren reingehen.“ Wer in 10 bis 20 Jahren in China nicht ausreichend vertreten sei, habe als Autohersteller ein existenzielles Problem, prophezeit Ganal. Auch in den USA sieht er für die kommenden Jahre noch großes Wachstumspotenzial. Schließlich sei das Premiumsegment dort mit elf Prozent im Vergleich zu Europa mit knapp 15 und Deutschland mit fast 30 Prozent immer noch vergleichsweise klein. 

Auch bei Rolls-Royce werde die Modellpalette wachsen, zunächst mit dem 2007 debütierenden Cabriolet, sagt der BMW-Vertriebsvorstand. Zusammen mit der offenen Version will BMW die Absatzmarke von 1000 Autos im Jahr endlich knacken, nachdem 2005 knapp 800 Rolls-Royce ausgeliefert wurden. Große Pläne hat Ganal auch für die sportlichen M-Modelle, die unter anderem mit besonders leistungsfähigen Motoren und Fahrwerken ausgestattet sind und bis zu 507 PS leisten. „Wir arbeiten intensiv an der Ausweitung der M-Produktpalette und sehen da noch weitere interessante Möglichkeiten.“ 

thomas.katzensteiner@wiwo.de 

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