Die richtige Mischung

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Deutsche Ingenieurskunst genießt in den USA noch immer einen sehr guten Ruf. Und es hat sich längst bis nach Kalifornien herumgesprochen, dass oft Klein- und Mittelständler die Lösungen austüfteln, auf die man in einem Großunternehmen nicht kommt. Und die trotz gleichwertiger Ausrüstung nicht einfach zu kopieren sind. Beispielsweise solche, bei denen es um spezialgeschmiedete Bleche, Dichtungen oder trittfeste Böden für Reithallen und Reitplätze geht. Das ist die Spezialität von Frank Klinkert, einem Ingenieur für Landschaftsbau aus Erding bei München, der es dank seiner Spezialkenntnisse zu einer Firmengründung in San Francisco gebracht hat. Wie? Klinkert hat ein System entwickelt, das über Sensoren die Feuchtigkeit im Boden und damit die Festigkeit einer Fläche überwacht und bei Bedarf Wasser zuführt oder abpumpt. Dazu benötigt er ein Becken, das mit verschiedenen Schichten von Sanden gefüllt und mit einer wasserundurchlässigen Folie bespannt ist und in den Boden einer Reithalle versenkt wird. Hört sich simpel an, und Klinkert plaudert auch bereitwillig darüber. Die Kunst sind das richtige Abstimmen der Sensoren und der Aufbau der verschiedenen Sandschichten. Damit lässt sich der Boden dann auf die Bedürfnisse von Dressur- oder Springreitern einstellen. 

In Europa hat Klinkert mittlerweile rund 400 Reitplätze mit seinem System ausgestattet, unter anderem für so schillernde Klienten wie den Privatagenten Werner Mauss. Der US-Springreiter Will Simpson ermunterte Klinkert nun, sein System nach Kalifornien zu bringen. Denn das große Geld aus Hollywood und dem Silicon Valley wird gern für dreierlei ausgegeben: eine Villa am Meer, ein Weingut, eine Pferderanch – oder gleich für alles drei zusammen und in mehrfacher Ausführung. Für Simpson baut Klinkert gerade einen Reitplatz in Los Angeles. Interesse bekundet haben auch Barbara Ellison, die Exfrau von Oracle-Gründer Larry Ellison, und KC Kelley, die Frau des Stanford-Professors und Gründers des Designunternehmens Ideo, David Kelley. Denn das System ist auch umweltfreundlich: Das abgepumpte Wasser wird zwischengespeichert und bei Trockenheit wieder verwendet– ein wichtiges Argument im wasserarmen Westen der USA. 

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