Die Stunde der Vermittler

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Für Sir Howard Stringer sind Technologie und Medien sonderbare Gesellen. „Wir sind aneinander gekettet. Manchmal missverstehen wir uns. Aber gehört das letztlich nicht zu jeder Ehe dazu?“ So entschuldigte sich der Sony-Chef vergangene Woche auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas. Die nächste Krise in dieser Ehe steht bevor. Vermittler könnten mit ihr eine Menge Geld verdienen. 

2006 ist das Jahr der Unterhaltungselektronik. Mobiltelefone mit integriertem Navigationssystem, Radio, Fernsehen, Digitalkamera und Fernbedienung. Spielkonsolen mit hochauflösenden DVD-Playern für den Spielfilmabend. Computer und Laptops, die Stereoanlage, Fernsehen und DVD-Rekorder ersetzen. Die Geräte sind überladen mit Funktionen. Doch sie sind oft Insellösungen. Das fängt schon damit an, dass Musik- und Video-Download-Dienste nicht mit allen Geräten kompatibel sind. 

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Sony und Toshiba brechen gerade den nächsten Ehekrach vom Zaun, indem sie zwei inkompatible DVD-Abspielgeräte der nächsten Generation gegeneinander antreten lassen. „Es gibt unzählige Geräte, die miteinander nicht klarkommen“, stellt Google-Gründer Larry Page fest. Selbst wenn die Kommunikation mal klappt, bremsen verschiedene Kopierschutzmechanismen die ungehinderte Nutzung. 

Jeder Hersteller hat für jedes Problem eine eigene Lösung.Intel schwört auf aufeinander abgestimmte Hardware. Microsoft setzt auf Windows, Cisco und Sony auf Netzwerke.Google und Yahoo sehen das Internet als Brücke. Eine einheitliche Lösung wird es nicht geben. 

Alle Konkurrenten eint jedoch ein Interesse: Dass die Ehe zwischen Technologie und Inhalt hält. Und möglichst viele Produkte hervorbringt, die Umsätze und Profite versprechen. Wo es an Transparenz mangelt, gibt es immer gute Chancen für tüchtige Unternehmer. EDS und Accenture setzen mit Beratung in diesem Bereich Milliardenbeträge um. Bei Konsumenten wäre auch Bedarf. Dienste, die Geräte via Internet analysieren und dann per Software nach den Bedürfnissen des Kunden konfigurieren, wären eine Lösung. Auch wenn sie erst nach 2006 kommen. 

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