Archiv: Diorà main

Die Neuformulierung des Parfumklassikers Miss Dior setzt ganz auf handwerkliche Tradition. 

„My Chérie Amour, lovely as a summer day“, trällerte Stevie Wonder 1969. Etwa 35 Jahre später ging diese Melodie John Galliano nicht aus dem Kopf. Der Kreativchef des Pariser Mode- und Luxushauses Christian Dior machte sich Gedanken über eine Neuauflage von Miss Dior, der ersten Parfumkreation des Traditionshauses aus dem Jahr 1947. Eine wirkliche Neuerschaffung sollte der geplante Duft werden. „Es ging nicht darum, den Klassiker zu relaunchen“, sagt Galliano, „sondern darum, Miss Dior in die Duftsprache unserer Zeit zu übersetzen.“ 

Miss Dior – so nannte der Gründer Christian Dior sein erstes Parfum. Es hatte eine elegante, leichte Note, in der etwas von der neuen Lebensfreude im Paris der Nachkriegsjahre mitschwang.Die aktuelle Revitalisierung des Duft-Mythos unter dem Namen Miss Dior Chérie, wurde von Galliano und der Schweizer Parfumeurin Christine Nagel bewusst frecher komponiert. Der Duft kommt zunächst mit Noten von grünen Mandarinen und Erdbeeren daher, dann erinnert er an Jasmin und karamellisiertes Popcorn. Darunter liegen Töne von Patschuli und kristallinem Moschus. Das neue Extrait de Parfum, dass jetzt, ein Jahr nach der Lancierung des Eau de Parfum, in die Läden gekommen ist, intensiviert diesen Duft noch, abgerundet durch Vanille-Nuancen. Wie einst die berühmten handwerklichen Parfumeure verzichtet das Haus sowohl bei der Herstellung als auch bei der Abfüllung und Verpackung des exklusiven Dufts weitgehend auf Maschinen. In den Dior-Parfumwerkstätten von Saint-Jean-de-Braye bei Orléans sitzt die Gruppe, die für die Abfüllung und die Verpackung von Miss Dior Chérie verantwortlich ist, in einer abgetrennten Abteilung. Sechs Mitarbeiterinnen verpacken hier pro Tag ein paar Hundert Flakons. 

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Die letzten Arbeitsgänge finden mit Handschuhen statt, um Fingerabdrücke zu vermeiden. Selbst die Schmuckschleifen um den Flaschenhals werden liebevoll und sorgsam von Hand gebunden. 

Sogar beim Verkleben der Zellophanhülle um die Schachtel sowie beim Anbringen des Dior-Labels legen die Mitarbeiter Hand an. „Mit Maschinen bekommt man diesen Look nicht hin“, sagt Produktionschef Christophe Deycard. Die Flakons kommen aus der 400 Jahre alten Manufaktur Pochet du Courval im nordfranzösischen Bresle-Tal. 

Einzig die Mischung der Parfums mutet industriell an. Die meisten modernen Düfte enthalten weniger als 100 Grundstoffe, und diese werden von großen Zulieferern produziert. Chemische Vorgänge mit Wärme- oder Gasentwicklung finden kaum mehr statt. Die Komposition ruht nach dem Mischen vier Wochen in Edelstahlfässern. Es sind kleine Fässer. Logisch, für die nur 7,5 Milliliter kleinen Flakons reichen geringe Mengen. 

Lothar Schnitzler 

Miss Dior Chérie Extrait, 7,5 ml, ca. 92 Euro 

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