Archiv: Direkt gesteuert

Allianz » Durch seinen Umbau wird der Versicherungskonzern seinem ärgsten Konkurrenten ähnlicher. 

Sie liefern sich seit langemein Kopf-an-Kopf-Rennen:  Michael Diekmann, Chef des Münchner Allianz-Konzerns, und Henri de Castries, Leiter des Pariser Konkurrenten Axa. Bei den Prämieneinnahmen sind die Deutschen knapp vorne, beim Börsenwert liegen die Franzosen in Front. Bisher wies die Organisation der beiden Finanzgruppen große Unterschiede auf. De Castries, Absolvent der französischen Eliteschule Ena, führt sein Haus straff aus der Zentrale heraus, Jurist Diekmann lässt den nationalen Tochterunternehmen eine recht lange Leine. Damit ist jetzt Schluss. 

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Als erstes europäisches Großunternehmen gibt sich der Münchner Konzern die Rechtsform einer Societas Europaea (SE). Die italienische Riunione Adriatica di Sicurtà (RAS) soll komplett übernommen und auf die Münchner Holding verschmolzen werden. Die wichtigsten Auslandsmärkte Italien, Österreich und Schweiz werden somit bald direkt aus München gesteuert. Damit nähert sich die Allianz-Struktur der Organisation der Axa an. Schon 2000 hatten die Franzosen die Minderheitsaktionäre bei der britischen Sun Life sowie der amerikanischen Axa Financial herausgekauft. Damit konnten die Franzosen die Ausgaben um schätzungsweise knapp eine Milliarde Euro drücken. „Wir erwarten von der neuen Struktur signifikante Kosteneinsparungen“, gibt auch Diekmann als Ziel der Neuorganisation vor. 

Im Markenauftritt werden sich Allianz und Axa auch in Zukunft unterscheiden. Die Produkte der Franzosen firmieren weltweit unter dem Namen Axa. Die Allianz tritt mit unterschiedlichen Marken auf. Eine Vereinheitlichung stehe „noch nicht auf der Agenda“, sagt Diekmann. Aus der ehemaligen Vereinten Krankenversicherung wurde auch erst nach sieben Jahren die Allianz Private Krankenversicherung. 

stefanie.burgmaier@wiwo.de | Frankfurt 

gerhard bläske | Paris 

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