Archiv: Diskriminierung

Wortmeldung 

Egalitaristen geraten bei der Erwähnung dieses Wortes in Wallung. Diskriminierung. Sie gilt als Todsünde wider den Geist der Gleichheit. Die Absolutisten der Egalität gebrauchen es mit erhobenem Zeigefinger und verpassen ihm meist die Vorsilbe „Anti-“. Logisch. Wer Gleichheit zum Dogma macht und daraus einen Auftrag zur Gleichmacherei herleitet, für den muss das lateinische Substantiv discrimen ein Greuel sein. Es bedeutet wörtlich Unterschied, Abstand, Entfernung. Naturwissenschaftler verwenden das Wort, wenn es darum geht, Dinge klar voneinander zu unterscheiden. 

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Das ganze Leben besteht aus Unterscheidungen. Auch Wahlen sind Diskriminierungsveranstaltungen: Mit seiner Stimme für einen Kandidaten „diskriminiert“ der Wähler die Gegenkandidaten. Das gilt noch mehr fürs private und geschäftliche Leben, wo die Menschen zu Recht fortwährend diskriminieren, sprich: sich ihren Umgang sorgfältig aussuchen. 

Wer nicht mehr diskriminieren, also unterscheiden darf, mit wem er privat oder geschäftlich zu tun haben möchte, der hat schon einen Teil seiner Freiheit verloren. Deshalb ist staatlich verordnete „Antidiskriminierung“ so bedenklich. Ungesund ist sie obendrein: Wer nicht mehr unterscheiden kann oder darf, der leidet früher oder später unter Atrophie des Unterscheidungsvermögens. 

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