Archiv: Doppelt besetzt

Oracle » Die Fusion der Softwareunternehmen erfordert in Deutschland von Peoplesoft größere Opfer. 

In diesen Tagen quillt der Terminkalender von Rolf Schwirz über. Der Oracle-Chef für Deutschland und Nordeuropa düst durch seine Region, um noch schnell die letzten unterschriftsreifen Verträge unter Dach und Fach zu bringen. Denn am 31. Mai endet das Geschäftsjahr 2004/05. Außerdem ist in Deutschland die Integration des Softwareherstellers Peoplesoft noch nicht abgeschlossen, den Oracle Ende 2004 übernommen hat. Fest steht bereits: Peoplesoft muss verhältnismäßig mehr Opfer bringen als Oracle. 

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Zwar betont Schwirz, er habe im Zuge der Übernahme Personal „zu gleichen Teilen auf beiden Seiten“ abbauen müssen. Insgesamt schrumpfte die Gesamtbelegschaft um fünf Prozent – das entspricht fast 80 Stellen, von denen je die Hälfte auf Oracle und Peoplesoft entfallen. Allerdings hatte Oracle vor der Fusion rund 1300 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, Peoplesoft etwa 200 laut Branchenschätzungen, offizielle Zahlen geben die Unternehmen dazu nicht heraus. 

Folglich musste fast jeder fünfte Peoplesoft-Mitarbeiter in Deutschland gehen, aber nicht einmal drei Prozent der Oracle-Beschäftigten. Gestrichen wurden größtenteils Arbeitsplätze im administrativen Bereich wie etwa der Buchhaltung, die durch die Fusion doppelt vorhanden war. „Es hätte schlimmer kommen können“, tröstet sich ein Peoplesoft-Mitarbeiter. In der Tat: Weltweit mussten von 11 000 Beschäftigten rund 5000 gehen – fast die Hälfte der gesamten Peoplesoft-Mannschaft. Derzeit sind die Mitarbeiter aus den drei deutschen Peoplesoft-Standorten in München-Unterföhring, Mörfelden bei Frankfurt und Hamburg mit dem Umzug in die nächstgelegenen Oracle-Niederlasssungen beschäftigt. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres – also zwischen Juni und August – will Bayern-Fan Schwirz, der aus seinem Büro im vierten Stock der Oracle-Hauptverwaltung in München-Moosach aufs Olympiastadion blickt, beide Landesgesellschaften auch rechtlich zusammenführen. 

michael.kroker@wiwo.de 

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