Drucker mit Netzzugang

Archiv: Drucker mit Netzzugang

Mich beeindrucken Innovationen am meisten, auf die jeder selbst hätte kommen können. Joe Beninato hat nicht nur ein Gespür für sie – er weiß auch, wie man mit ihnen Geschäfte macht. Das Massachusetts Institute of Technology bildete ihn in den Achtzigerjahren zum Luftfahrtingenieur aus. Statt zu Boeing nach Seattle zog es Beninato aber während der ersten Internet-Welle ins Silicon Valley. Seinen großen Hit landete er als Mitbegründer von when.com, das einen Online-Kalender offerierte. Der gefiel AOL so gut, dass der Internet-Anbieter das Jungunternehmen schon ein Jahr nach der Gründung kaufte. Danach verschrieb sich Beninato der Musik. Er heuerte bei Roku an, das zeitlos schöne und einfach zu bedienende Netzwerkgeräte für die drahtlose Vernetzung von Computer und Hi-Fi-Anlage entwickelte. Seit zwei Jahren widmet sich der Serien-Entrepreneur dem Geschäft mit Druckern. Eigentlich, sollte man meinen, gibt es da nichts mehr zu holen: Marktführer Hewlett-Packard hat das Geschäft fest im Griff. Beninato hat es trotzdem geschafft, ein neues, interessantes Angebot zu entwickeln und HP dafür zu begeistern. Presto heißt der Service, der Fotos, E-Mails oder andere Dokumente über einen Tintenstrahldrucker mit integriertem Modem empfängt. Zu vorgegebenen Zeiten ruft der Drucker Informationen aus dem Internet ab und druckt sie aus – Fotos von den Enkeln oder Finanznachrichten aus dem „Wall Street Journal“, mit dem Presto kooperiert. Der Drucker muss nur mit der Telefondose verbunden werden, dann konfiguriert er sich selbst. Ein Internet-Anschluss ist nicht nötig. Das von HP entwickelte, 150 Dollar teure Gerät ist statt mit mehreren Patronen mit nur einer Kartusche bestückt, um das Auswechseln möglist einfach zu gestalten. Der Tintenstand kann aus der Ferne kontrolliert werden, sodass beispielsweise Kinder für ihre Eltern rechtzeitig Nachschub ordern können. Zehn Dollar im Monat kostet der Dienst, der seit Kurzem in den USA angeboten wird. Die Geschäftsidee ist so simpel, dass man sich ärgert, nicht selbst darauf gekommen zu sein. Denn auch in Deutschland gibt es Menschen, die sich nicht mit Computern plagen wollen. Sie müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden: Presto startet in Europa erst im nächsten Jahr. 

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