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IBM » In Deutschland verlassen den Computerkonzern bis Jahresende rund 2000 Mitarbeiter. 

Aufatmen bei den rund 1000 IBM-Mitarbeitern, die am Mittwoch der vergangenen Woche im großen Kasino auf dem Gelände der IBM-Deutschlandzentrale in Stuttgart zur Betriebsversammlung zusammenkamen: In Deutschland würden keine weiteren Stellen abgebaut, und es seien auch keine weiteren Restrukturierungsmaßnahmen mehr geplant, sagte IBM-Deutschlandchef Johann Weihen . Was er verschwieg: Bis Jahresende werden durch Stellenabbau und Bereichsverkäufe allein in Deutschland knapp 2000 von 25 000 Mitarbeitern den Konzern verlassen. Das sind rund 400 Stellen mehr als noch Anfang Juni erwartet: Seinerzeit hieß es, IBM wolle insgesamt 1600 Stellen abbauen, 1300 durch freiwillige Abfindungsangebote, 300 durch Verkauf kleinerer Unternehmensteile (WirtschaftsWoche 23/2005). Wie es nun jedoch aus Arbeitnehmerkreisen heißt, hätten bis Ende Juni deutlich mehr Mitarbeiter Aufhebungsverträge unterschrieben. „Die Abfindungsangebote waren für die Beschäftigten durchaus lukrativ“, konstatiert ein Mitglied des Gesamtbetriebsrats. Die größten Einschnitte gibt es weiterhin in der Dienstleistungssparte IBM Global Services, für die in Deutschland Rudolf Bauer verantwortlich zeichnet. Knapp 600 Mitarbeiter fallen allein durch die im März verkündeten Betriebsschließungen in Hannover und Schweinfurt weg. 

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Einen Tag vor der Mitarbeiterversammlung in Stuttgart hatte Vorstandschef Sam Palmisano bei der Vorstellung der Quartalszahlen verkündet, der Computerkonzern werde bis Jahresende 14 500 Stellen abbauen. Im Mai, bei der Bekanntgabe des derzeit laufenden Umbauprogramms, war er noch von maximal 13 000 wegfallenden Jobs ausgegangen. Die Anhebung der Abbauzahlen hatte neuerliche Befürchtungen bei der Belegschaft angefacht, der Konzern werde weitere Stellen streichen. 

michael.kroker@wiwo.de 

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