E-Commerce Coupons aus dem Web

Archiv: E-Commerce Coupons aus dem Web

Einzelhändler verlieren Kunden an Internetshops. Zwei Jungunternehmer wollen sie zurückholen. 

Wolfgang Remmy ist für jede Idee dankbar, die mehr Kunden in seine Boutiquen in der Fuldaer Innenstadt lockt. Das vergangene Geschäftsjahr endete mal wieder mit einem dicken Minus in der Kasse, der Januar und Februar waren auch nicht besser. Konsumflaute, Billigangebote im Internet – plötzlich kommt alles zusammen. „Dem gebeutelten Einzelhandel muss endlich auf die Sprünge geholfen werden“, flucht Remmy. Jeder Strohhalm, der Hoffnung auf bessere Zeiten macht, kommt da gerade recht. 

Remmys jüngste Hoffnung ist ein völlig neuartiges Rabattsystem des Startup-Unternehmens Kupona aus Fulda. Wenn am 10. März die Computermesse Cebit ihre Pforten öffnet, dann fällt auch der Startschuss für ein Couponsystem, das alle Vorzüge des Internets nutzt. Erstmals – schwärmen die beiden Kupona-Gründer Hendrik Seifert und Patrick Feucht – bekommen Einzelhändler „einfachen Zugriff auf das Umsatzpotenzial des Internets und lenken verlorene Kunden zurück in die Ladenlokale“. 

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Die Idee ist simpel und doch gegen den Strich gebürstet: Das Internet soll den Verkauf in traditionellen Läden ankurbeln. Ob kleine Boutique-Besitzer wie Remmy oder große Filialisten – sobald der Kundenzustrom abebbt, können sie Rabattmarken oder andere Verkaufsideen im Internet hinterlegen, die sich jeder Interessent selbst ausdruckt und persönlich in dem genannten Laden einlöst. „Sehr zeitnah lässt sich so die Nachfrage erhöhen“, hofft Seifert. Boutique-Chef Remmy etwa räumt den Testkunden, die während der bis Ende Juni dauernden Einführungsphase einen Coupon einlösen, einen „Zehn-Prozent-Rabatt“ ein. 

Die Kosten sind überschaubar . Nach der kostenlosen Einführungsphase verlangt Kupona pro Filiale eine Monatsgebühr von zehn Euro, für jeden Couponausdruck werden weitere 60 Cent fällig. Namhafte Handelsmarken signalisieren Interesse. „Wir sind mit der Baumarktkette Obi im Gespräch“, bestätigt Kupona-Chef Seifert. 

Um die Coupons prominent im Web zu platzieren, setzt Seifert auf Kooperationen mit Internetanbietern wie Freenet, GMX und Web.de. Auf der Startseite führt ein Link zu Kupona. Schnäppchensucher geben nur die Postleitzahl ein – sofort erscheinen die Aktionen aller in der Region aktiven Partner. 

Seit Jahren sieht der Einzelhandel zu, wie Kunden und Umsätze an Online-Shops verloren gehen. Allein im vergangenen Jahr konnte sich das Online-Handelsvolumen auf 22,3 Milliarden Euro fast verdoppeln. Dieser Trend hält an. Bis 2008, so der Branchenverband Bitkom, wird sich das Online-Geschäft mit Privatkunden auf 89,4 Milliarden Euro vervierfachen (siehe Grafik). 

Kupona-Geschäftsführer Seifert warnt die Einzelhändler allerdings davor, sich vom Schnäppchenfieber im Internet anstecken zu lassen. Als Lockmittel reichen oft schon kleine Zugaben beim Kauf eines bestimmten Produkts aus. Oder man lädt nach Feierabend zum Sektempfang in den Laden ein. 

Den nächsten Schritt hat Seifert schon vor Augen: Für viel reisende Geschäftsleute, meist nur mit Laptop und Handy unterwegs, könnte das Ausdrucken bald entfallen: Coupons lassen sich auch per Handy abrufen und auf dem Display vorzeigen. 

Jürgen Berke 

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