Archiv: Eher wie Marco Polo

ElectronicPartner » Die Düsseldorfer Elektronikhandelsgruppe setzt ihre Expansion fort – in Deutschland und der Türkei. 

Einen ungleichen Kampf führt Oliver Haubrich, der Chef der Düsseldorfer Handelsgruppe ElectronicPartner (EP), seit er im Juli in dritter Generation die Führung des familiengeführten Unternehmens übernahm. Im Boom-Markt der Unterhaltungselektronik liegt EP auf Platz zwei – mit großem Abstand zu Marktführer Media-Saturn: Die Metro-Tochter erzielt einen Jahresumsatz von rund zwölf Milliarden Euro, EP schafft gut 1,7 Milliarden Euro. Davon lässt sich Haubrich allerdings nicht beirren, er verbucht im Wettlauf mit dem Marktführer sogar Teilerfolge. Größe allein, sagt der 37-jährige ehemalige McKinsey-Manager, sei ja kein Erfolgskriterium. „Als Familienunternehmen können wir oft viel schneller auf die Marktentwicklung reagieren als ein schwerfälliger Konzern.“ 

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Zum Beispiel in der Türkei: In Istanbul wird EP im Oktober den ersten Elektronikfachmarkt der Türkei eröffnen – Hi-Fi, Hausgeräte und PCs auf 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche – und nicht die Metro-Tochter Media-Saturn, die dafür eigentlich prädestiniert wäre. Die Metro ist bereits mit ihren Cash&Carry-Märkten, den Real-Supermärkten und der Baumarktkette Praktiker vor Ort. Der studierte Physiker Haubrich sieht die Türkei als große Chance. „Hier bewegt sich die Wirtschaft schneller als die Politik.“ Einen genauen Zeitpunkt für die Eröffnung in Istanbul kann er noch nicht nennen: „Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will unser neues EP-Center eröffnen. Da müssen wir Rücksicht auf seinen Terminkalender nehmen.“ 

Darüber hinaus verweist Haubrich auf die Wachstumszahlen seines Unternehmens: „Seit Jahren wachsen Umsatz und Zahl der zu EP gehörenden Läden konstant. Allein im vergangenen Jahr konnten wir den Umsatz pro Quadratmeter um 5,5 Prozent steigern. Damit sind wir sogar besser als die Konkurrenz.“ Auch in Deutschland wollen die Düsseldorfer weiter expandieren. Haubrich: „Es gibt zwei Strategien, sich auszudehnen: Marco Polo oder Dschingis Khan. Wir bevorzugen den kaufmännischen Ansatz von Marco Polo.“ In diesem Jahr werden zwölf neue Läden unter dem Label MediMax eröffnet. Und auch bei EP kommen ständig neue Läden hinzu. Ganz ohne Dschingis Khan geht es aber auch bei EP nicht. Dem Vernehmen nach wurden Gespräche mit Rewe geführt, um deren Elektronikkette ProMarkt zu übernehmen, und mit der Berliner Wegert-Gruppe über deren MakroMarkt-Filialen. „Wir reden mit jedem. Aber wir werden keine ungelegten Eier begackern“, sagt Haubrich. 

mario.brueck@wiwo.de, thomas kuhn 

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