Archiv: Eigene Offensive

Ryanair » Europas größter Billigflieger verschärft seine Attacke gegen die Lufthansa mit neuen Flughäfen und noch billigeren Tickets. 

Vor der Lufthansa hat Michael O'Leary keine Angst. „Nichts, was die machen“, sagt der Chef von Europas größtem Billigflieger Ryanair, „kann mich beeindrucken.“ Das gilt auch für die aktuelle Offensive, mit der die Lufthansa von Hamburg aus den Verlust ihrer Marktanteile an O’Learys Zunft stoppen will. Das Paket – eine im Billigstil operierende Teilflotte und täglich 3000 Discounttickets – kontert der Ire mit einer eigenen Offensive. „Im nächsten Jahr wachsen wir in Frankfurt-Hahn von drei auf vier Millionen Passagiere und in Düsseldorf-Weeze von 750 000 auf eine Million“, sagt O’Leary. Zudem will er bis 2010 den Umsatz auf 2,7 Milliarden Euro und den Gewinn auf eine halbe Milliarde Euro verdoppeln. Dafür verspricht der Ire trotz steigender Spritkosten zehn Prozent niedrigere Tarife: „Dann liegen wir im Schnitt bei 36 Euro.“ 

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Zudem will er in Deutschland vier weitere Verkehrsknoten aufbauen. Nach internen Dokumenten liegen diese im Rheinland, bei Hamburg, München und Berlin. Die Berliner Flughäfen hätten zwar keinen Platz für ihn, weil sie auf Easyjet bauten. Doch Easyjet expandiere eher in der Schweiz als in der deutschen Hauptstadt. „Da kommt Berlin bald auf den Knien zu uns“, sagt O’Leary. München sei noch zu teuer. „Aber die werden sich bewegen“, sagt O’Leary. „Ihre anderen Fluglinien werden alle schrumpfen oder gehen Pleite.“ Lufthansa habe bald kein Geld mehr, den Europaverkehr aus der Langstrecke zu subventionieren. 

Hier geben ihm Fachleute recht. Die Lufthansa-Preisattacke war nach Information von Branchenkennern im Vorstand heftig umstritten. Außer Konzernchef Wolfgang Mayrhuber hätten fast alle beteiligten Manager ein stärkeres Engagement des Konzerndiscounters Germanwings bevorzugt, hieß es. Sie befürchteten ein höheres Defizit im Europaverkehr, weil die Erlöse stärker sänken als die Kosten. Besonders im Personalbereich. „Die tun so, als ginge es um das bessere Angebot“, sagt ein Konzernkenner. „Dabei geht es letztlich um den besseren Tarifvertrag.“ Lufthansa hat einen teuren, Ryanair gar keinen. 

ruediger.kiani-kress@wiwo.de 

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