Erneut Projekte auf Eis gelegt

Archiv: Erneut Projekte auf Eis gelegt

Smart » Der Kleinwagenhersteller muss seine Modellpläne wieder re-vidieren und sich auf neue Konkurrenz einstellen. 

Ulrich Walker , Chef der DaimlerChrysler-Tochter Smart, ist derzeit vor allem damit beschäftigt, zu kürzen und zu streichen. Rund 700 Mitarbeiter müssen gehen, die Produktion des Roadsters läuft zum Jahresende aus, der Geländewagen Formore wird gar nicht erst gebaut. Jetzt muss Walker weitere Projekte auf Eis legen. 

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Die Anfang des Jahres von ihm geschürte Hoffnung, von 2007 an könnte es auf Basis des Viersitzers Forfour weitere Ableger, etwa einen kleinen Lifestylekombi, geben, wird nicht erfüllt. Der Absatz des Forfour läuft schleppend. Über neue Varianten will der Smart-Chef erst bei der nächsten Generation des Forfour entscheiden. Ein solcher Beschluss soll aber nicht vor 2008 fallen, ein Nachfolger des Viersitzers erst 2010 bei den Händlern stehen. Bis dahin ruht ein Großteil der Hoffnungen auf dem Nachfolger des kleinen Smart Fortwo, der 2007 auf den Markt kommt und erstmalig auch USA-tauglich sein soll. Außerdem will Walker die Kosten für den geplanten Winzling senken, indem er viele Komponenten des aktuellen Modells weiterverwendet. Vorbild für den Ex-Mitsubishi-Manager sind dabei japanische Hersteller wie Toyota, die viele Teile über mehrere Modellzyklen hinweg nutzen und so Entwicklungskosten sparen. Den Händlern muss Walker zunächst aber erst einmal erklären, wie sie trotz des geschrumpften Modellangebots zufrieden stellende Deckungsbeiträge erwirtschaften können. 

Selbst in dem Segment, in dem Smart bisher konkurrenzlos war, könnte es bald ungemütlich werden. Ausgerechnet Fiat, der schwer angeschlagene Konkurrent aus Italien, plant angeblich, von 2008 an ein Stadtauto anzubieten, das konzeptionell und in den Abmessungen exakt auf den kleinsten Smart zielt. Gebaut werden soll der Winzling voraussichtlich in Osteuropa. Und damit bekäme Walker das nächste Problem, denn sein Miniauto wird im Hochlohnland Deutschland produziert. Dass Fiat den Kostenvorteil in Osteuropa nutzt und seinen Cityflitzer auch in Deutschland entsprechend billiger anbietet, liegt nahe. 

thomas.katzensteiner@wiwo.de 

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