Erneut Streit mit China

Archiv: Erneut Streit mit China

EU » Nach dem Konflikt um die Textileinfuhren spitzt sich die Lage bei den Schuhimporten zu. 

Kaum hat EU-Handelskommissar Peter Mandelson den Streit um Textileinfuhren aus China gelöst, droht erneut ein Konflikt mit Peking. Diesmal geht es um den Import chinesischer Schuhe. 

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Ähnlich wie die Textilquoten waren am 1. Januar dieses Jahres auch die Beschränkungen für die Einfuhr chinesischer Schuhe gefallen. Prompt nahm in den ersten vier Monaten der Import um 700 Prozent zu, wie Zahlen der Europäischen Kommission belegen. Den Daten des Europäischen Statistikamtes zufolge hat sich der Anstieg im Mai und Juni sogar noch verstärkt. Auf Betreiben der europäischen Schuhhersteller untersucht die EU-Kommission nun, ob die Chinesen ihre Lederwaren unter dem Herstellungspreis in die EU exportieren. Die eingeführten Schuhpaare haben im Durchschnitt einen Wert von 2,97 Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Preisabschlag von 28 Prozent. In Stichproben will die Europäische Vereinigung der Schuhhersteller Paare gefunden haben, die um 50 Prozent unter dem Herstellungspreis in den EU-Markt gedrückt worden seien. Sollte sich der Dumping-Vorwurf bewahrheiten, könnte die EU bereits im Herbst vorläufige Anti-Dumping-Maßnahmen einleiten. „Die Lage verlangt schnelles Handeln“, sagt Raphael Calvo, Chef des Schuhherstellerverbandes. Er schätzt, dass in den nächsten beiden Jahren in der EU 140 000 Jobs im Schuhsektor verloren gehen. 

silke.wettach@wiwo.de | Brüssel 

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